Unser Paule
Unser Paule
Mautlos aber nicht Mutlos
Mautlos aber nicht Mutlos

Küss´die Hand gnä´Frau

20.05.2017

Heute Wien, die Hauptstadt Österreichs. In der Nacht hatte sich ein anderes Wohnmobil direkt neben uns gestellt. Ausgerechnet die Seite, auf der wir im Morgenschatten frühstücken wollten. Also dann eben in den Schatten an der Begrenzungswand. Es war herrlich bei diesem strahlend blauen Himmel im Freien zu frühstücken.

Gegen 11 Uhr liefen wir zur ca. 150 m entfernt gelegenen U-Bahn-Station „Perfektastraße“. Wir kauften uns ein 24-Stunden-Ticket, mit dem wir sämtliche öffentliche Verkehrsmittel der Stadt benutzen konnten. Für jeden von uns waren das gerade mal 7,60 Euro.

Unser erstes Ziel war der Stephansdom. Sein typisches Dach mit dem Zick-Zack-Muster war schon weithin sichtbar. Das Wahrzeichen Wiens und zum Nationalheiligtum deklariert, ist dem heiligen Stephan, dem ersten christlichen Märtyrer gewidmet.

Wir waren schon vor etlichen Jahren in Wien und da auch im Stephansdom. Insofern diente der heutige Besuch auch nur dazu, die Erinnerungen nochmal auf Stimmigkeit zu überprüfen. Mittlerweile zeigte das Thermometer mehr als 30° C an. Der Wienbesuch gestaltete sich zunehmend schweißtreibend und anstrengend. 

So schlenderte ich etwas ziellos durch die Stadt, passierte die Habsburger Gasse und gelangte durch die Michaelskirche auf den Platz vor der Hofburg. Vor dem Platz hatten sich zahllose Fiaker aufgereiht, ein Fuhrwerk schöner als das andere und alle auf Hochglanz gewienert :))).

Ein Besuch im Café Demel, das neben dem Hotel Sacher behauptet, die Original-Sacher-Torte herzustellen, trocknete unsere Geldbörse fast aus. Aber in einem der ältesten Café-Häuser Wiens und in dem Café der ehemaligen Hofzuckerbäckerei zu sein, lies uns die Ebbe in der Börse schnell vergessen. Das winzige Stück russische Punschtorte war aber allemal die 9 DM (= 4,50 Euro) wert.

Das Sisi-Museum kann man nur besuchen, wenn man das ganze Hofburg-Besucherpaket für 13,90 Euro nimmt. Da ist dann auch die sog. Silberkammer, also mehr oder weniger das Familiensilber der Habsburger dabei. Die vielen silbernen, messingenen oder porzellanenen Gefäße, Bestecke interessierten uns weniger. Wir wollten vor allem die Räumlichkeiten sehen, in denen die Kaiserin von Österreich gewohnt hatte. Bis zu den Räumen, mussten wir durch halbdunkle und ganz dunkle Flure und Räume marschieren, in denen die Fotos und Dokumente der Kaiserin ausgestellt waren. Die anschließenden Räume zeigten das Schlafzimmer, das Ankleidezimmer, einen Audienzraum des Kaisers und viele gleichartige Zimmer. In einem der Zimmer waren die Sportgeräte der Kaiserin zu bewundern, eine Klimmzugstange und eine Stockleiter. Vorher war noch das Zahnpflegeset der Kaiserin zu sehen. Dieses Set hätte einem jeden Zahnarzt zu damaliger Zeit zur Ehre gereicht. Sogar eine Zange zum Zähne ziehen war dabei. Der Reisetoilettenkoffer wäre heute noch zu verwenden. Er böte genügend Platz für all die Parfüms, die Cremes, Puder und Seifen, die man bzw. frau auf Reisen so braucht. Da ich mich nicht an das Verbot des Fotografierens hielt, handelte ich mir natürlich einen Anschiss eines der Museums-Wärter ein. Ich überlegte noch, ob ich mich verbal wehren sollte, ließ es aber dann als ich seine Statur mit 2m Höhe und 1,50 m Schulterbreite vor mir sah.

Nach dem Besuch schlenderten wir durch den Bereich der Hofburg, was bei der Hitze überhaupt keine Freude machte. Dann entschlossen wir uns beim österreichischen Bundeskanzler einen kleinen Besuch zu machen, da fiel uns aber ein, dass Sebastian Kurz ja noch nicht gewählt war. So ließen wir auch das bleiben.

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© Ulrich Schönbein