Unser Paule
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Mautlos aber nicht Mutlos
Mautlos aber nicht Mutlos

Was heißt hier - Laibach?

23.06.2017

Ljubljana soll, wie die Legende erzählt, vom mythologischen griechischen Helden Jason gegründet worden sein, der dem König Aietes das Goldene Vlies raubte und anschließend mit seinen Gefährten, den Argonauten, auf dem Schiff Argo über das Schwarze Meer und anschließend auf der Donau und Save bis zur Quelle des Flusses Ljubljanica flüchtete. Dort zerlegten die Argonauten das Schiff und transportierten es auf dem Landweg bis zum Adriatischen Meer, wo sie es wieder zusammenbauten und nach Griechenland zurückkehrten. Auf dem Weg zum Meer machten sie Halt auf einem Moor, wo ein Ungeheuer lebte. Jason kämpfte mit ihm und tötete es. Dieses Ungeheuer soll der Drache von Ljubljana gewesen sein, der heute das Stadtwappen von Ljubljana ziert.

Wie im letzten Jahr kauften wir unser Busticket im Restaurant. Dieses Jahr kostete das Ticket 2,40 Euro pro Person hin und zurück. Im vorigen Jahr waren es noch 2,00 Euro. Aber der Preis ist überaus o.k. Das Busticket kann man nicht im Bus kaufen. Man braucht dazu eine Chipkarte. Diese Karte erhält man gegen eine Kaution von 2,00 Euro im Restaurant. Wenn man die Karte zurückbringt, dann wird die Kaution zurückerstattet.

Wie bisher jeden Tag, ob Prag oder Wien, so kamen wir auch in Ljubljana in der Mittagshitze an. Wir stiegen an der Drachenbrücke aus und schlenderten die Ljubljana entlang. Bei einer Bootsfahrt auf der Ljubljanica kann man die Stadt von der Flussseite aus bewundern.

 

 

 

 

 

Das ist der Plan unserer diesjährigen Stadtbesichtigung - ein Rundgang von der Drachenbrücke durch die Altstadt und wieder zurück zum Ausgangspunkt. Das war bei immerhin mehr als 30° C ein sportliches Vorhaben, das auch durch etliche Erfrischungsstops unterbrochen war.

Nachdem wir die Jugendstilbrücke wiederum ausgiebig bewundert und uns der Entstehungslegende Ljubljanas erinnert hatten, bummelten wir zur Fleischerbrücke. Es ist die jüngste Brücke des Stadtzentrums. Der Name kommt vielleicht daher, dass sie die Kollonaden der Markthalle unterbricht. Ein beliebter Ort, um sich durch ein Schlosssymbol der ewigen Treue zu versichern.

Bald kamen wir am Preseren-Platz an den Drei Brücken an. Hier hatte sich Ljubljana etwas Besonderes einfallen lassen. Ein kleiner Bereich des Platzes wurde mit Wasser (keiner weiß, woher das kam) besprenkelt und damit natürlich auch die Menschen, die die diese Fläche querten. Ich lief gleich dreimal über die Fläche und sparte so die tägliche Dusche.

Auf diesem Platz ist das Denkmal des slowenischen Dichters France Preseren. Die Verse seines Gedichtes "Zdravljica" wurden der Text der slowenischen Hymne.

 

 

 

 

Am Rande des Preseren-Platzes liegt die Franziskanerkirche Mariä Verkündigung. Ihr Baustil ist dem Frühbarock zuzurechnen. Die Kirche ist natürlich in der Mittagszeit geschlossen, so dass sich unser Besuch der Kirche und deren von uns ersehnte Kühle buchstäblich als "heiße Luft" erwies.

Wunderschöne Jugendstilhäuser stehen am Rande oder ganz in der Nähe des Preseren-Platzes. Das Urbanc-Haus und das Homan-Haus. Es lohnt sich, die Häuser näher anzusehen.

Nach einem kurzen Umweg über einen neueren Stadtteil von Ljubljana kommen wir am Zvezda Park vorbei zur Universität und sehen im herrlichen Sonnenlicht die Philharmonie mit der Ljubljana-Burg im Hintergrund.

Um wieder auf die andere Seite der Ljubljanica zu kommen überquerten wir das Flüsschen auf der Schusterbrücke.

Wo heute die in den Jahren 1931/32 gebaute Schusterbrücke (Čevljarski most) steht, befand sich einst eine Holzbrücke, die im Mittelalter zwei Zentren der Stadt Ljubljana verband, nämlich den Stadtplatz (Mestni trg) und den Neuen Platz (Novi trg). Auf ihr standen Schusterwerkstätten, nach denen die Brücke benannt wurde.

Die Schusterbrücke ist – wie die Drei Brücken (Tromostovje) – aus Kunststein gebaut.

 

 

 

 

 

 

Bald hatte wir das Rathaus von Ljubljana erreicht. Das Gebäude wurde im späten 15. Jahrhundert errichtet, aber seitdem immer mal wieder umgebaut.

Ziemlich in der Nähe des Rathauses steht am Rande des Stadtplatzes (Mestni trg) der Brunnen der drei Flüsse des Landes Krain, auch unter dem Namen "Robba-Brunnen" bekannt. Eine Ähnlichkeit mit den zahlreichen Brunnen in Rom ist nicht zu leugnen.

 

 

 

Der Dom St. Nikolaus ist vom Brunnen aus schnell erreicht. Ursprünglich stand hier eine romanische Basilika. Nach einem Brand wurde sie gotisch gewölbt. Nach der Gründung des Bistums Ljubljana wurde die Kirche mehrmals umgebaut. 1469 wurde sie wahrscheinlich von den Türken niedergebrannt. Im Jahre 1701 riss man sie ab und ersetzte sie durch eine neue, barocke Hallenkirche in Form eines lateinischen Kreuzes mit Seitenkapellen ersetzt.

Die Fahrt mit der Zahnradbahn zur Burg und die Besichtigung der Burg haben wir uns bei der unerträglichen Hitze erspart.

Wir liefen zum Marktplatz, um an dem "Open Air Buffet" teilzunehmen. Es war Freitag nachmittag und der Platz war nicht menschenüber- sondern eher menschenunterströmt. Kein Wunder bei der Hitze. Wer hat da schon Lust auf warmes gegrilltes Lammfleisch oder gebackenen Fisch? Da tendiert der Appetit eher Richtung Eis und kühle Getränke. So hatten auch wir heute überhaupt kein Verlangen nach den angebotenen Leckereien, obwohl einer der Hauptgründe unseres Laibach-Besuches dieses Open-Air-Buffet war. Wir bedauerten es sehr und litten still ergeben an der Hitze, die durch die vielen Grills mulitpliziert wurde. Deshalb fuhren wir auch bald schon mit dem Bus zu unserem Stellplatz.

Mehr oder weniger geistreiche Anmerkungen über diesen Tag sind auch in meinem Reisblog nachzulesen.

 

Wer noch mehr schöne Bilder von Ljubljana sehen will, dem sei dieser Link empfohlen:

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© Ulrich Schönbein