Unser Paule
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Mautlos aber nicht Mutlos
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12. Tag - Starigrad bis zum Autokamp Lanterna

19.09.2016

Am Vormittag gegen 10 Uhr fuhren wir weiter. Wir wollten zum Autokamp Lanterna in Istrien und zwei Nächte bleiben, um die Stadt Porec anzusehen.

Fahrstrecke 250 km

Aber vor der Abfahrt ging es - wie immer - ans Bezahlen. 152 Kuna kostete die Übernachtung. Das sind etwas mehr als 20 Euro - alles inclusive.

Auf dem Rückweg von der Rezeption kam ich an dem Hinweisschild zum Winnetou Museum vorbei. Es versprach, dass ich nur noch 30 m zu gehen hätte, um an dem Museum zu sein. Das stimmte auch. Als ich ankam, las ich, dass das Museum um 11 Uhr öffnete. Da wir aber noch eine ziemliche Strecke, vor allem entlang der Magistrale zu fahren hatten, wollte ich nicht warten und machte nur ein paar Fotos von außen.

Große Schwarz-Weiß-Poster schmücken die Wände links und rechts der Eingangstüre. Es sind Szenenfotos aus den Winnetou Filmen. Von den 11 Filmen sollen die Szenen für 7 der Filme in der Umgebung von Starigrad im Velebit-Gebirge gedreht worden sein. Ein Kamera-Kran-Wagen, der bei den Dreharbeiten benutzt wurde, stand vor dem Gebäude. Nicht mehr das neueste Modell und auch sonst schon sehr in die Jahre gekommen. Da ich zu der Generation gehöre, die gerne an die Winnetou-Filme zurückdenkt, vor allem weil wir sie alle gesehen haben, denke ich, dass ich noch mal hier vorbeifahre und das Museum von innen ansehe.

Bei ununterbrochenem Regen auf der Magistrale nach Norden. Wir wollten nach Senj. Es waren zwar nur 166 km bis dorthin, aber auf der Magistrale mit wenigen und stark gegen Null gehenden Überholangeboten kamen wir nur sehr langsam voran. Wir brauchten für die kurze Strecke geschlagene zweieinhalb Stunden.

Wenn man von Süden auf Senj zufährt, sieht man schon von einiger Entfernung die Burg Nehaj, die sich auf einem Hügel rechts der Straße erhebt. Natürlich fuhren wir zur Burg hoch und stellten fest, dass nahezu alle Parkplätze belegt waren. Die, die noch frei waren, konnte man wegen des allzu hoch aufgeschütteten Kiesbettes fast nicht benutzen. Es war, als ob man auf Sand oder rutschiger Straße fahren würde. Nur vorsichtiges Anfahren - im 2. Gang - verhinderte, dass sich das WoMo im Kies festfuhr und die Reifen durchdrehten.

Es war alles grau in grau. Von der Faszination der Burg, die wir schon bei strahlendem Sonnenschein gesehen hatten, war nicht viel zu verspüren. Wir liefen um die Burg herum, verzichteten aber auf eine Besichtigung. Durch die Eingangstür erhaschte ich einen kurzen Blick auf einen Brunnen, hinter dem drei Wappenreliefe an der Wand zu sehen waren. Es sind die Wappen des Erbauers Ivan Lenkovic, des österreichischen Erzherzogs und eines Hauptmannes der Stadt Senj dar.

Wir entschlossen uns, doch noch nach Lanterna weiter zu fahren, da der Himmel dunkelgrau war und es ständig regnete. Eine Übernachtung im Autokamp Skver in Senj versprach bei dem Wetter nicht viel. Bis Lanterna waren es etwas mehr als hundert Kilometer. Da wir ziemlich zeitig dran waren, wollten wir diese eine oder zwei Stunden noch fahren.

Aber zunächst ein Abstecher in das Städtchen, um bei einem Kaffee die dem trüben Wetter angepasste Stimmung zu vertreiben. Senj ist ein schönes Städtchen und überall sieht man, dass die Stadt in ihrer Geschichte schon wesentlich bessere Zeiten gesehen hatte. Die Reste ehemaliger Steinmetzkunst an den Häusern lassen nur erahnen, wie schön das Ganze einmal gewesen sein musste. Jetzt rufen diese Reste einfach nur noch nach Restauration.

Wir fuhren weiter auf regennassen Straßen. Ab und zu sah es so aus, als ob sich der Himmel erbarmen würde und er wieder etwas freundlicher sein wollte. Aber auch der kleinste Hoffnungsschimmer wurde durch dicke Regenwolken wieder zunichte gemacht.

Wir fuhren auf der Autobahn und kamen gut voran. Die Autobahn ging über in eine ausgebaute Staatsstraße, für die wir ebenfalls Gebühren entrichten mussten. Von dieser E 751 fuhren wir bei Pazin ab. Wir bezahlten unseren Obulus und kamen über Baderna, Zbandaj und Porec zum Autokamp Lanterna.

Die Plätze, die wir immer hatten, waren frei und wir konnten uns dort für die kommenden zwei Nächte einrichten.

Natürlich gingen wir zum Abendessen in den Grill, der nur ein paar Schritte von unseren Plätzen entfernt liegt.

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© Ulrich Schönbein