Unser Paule
Unser Paule
Mautlos aber nicht Mutlos
Mautlos aber nicht Mutlos

13. Tag - Porec

20.09.2016

Heute stand der Besuch von Porec auf dem Programm. Dazu hatten wir uns den Fahrplan des Busses besorgt, der direkt vor dem Campingplatz abfährt.

Wir fuhren erst am Nachmittag weg und kamen nach der Fahrt durch viele kleine Dörflein gegen 15 Uhr in Porec an. Die Busfahrt schlug mit 20 kuna pro Person zu Buche, das sind nicht einmal 3 Euro für die einfache Fahrt. Als wir ankamen, wollte ich mich erkundigen, ob wir schon die Rückfahrttickets kaufen könnten und ging am Busbahnhof von Porec zum Ticketschalter. Eine freundliche Mitarbeiterin des ÖNVP (öffentlicher Nahverkehr Porec) strahlte mich an und sagte mir, dass die Fahrt nach Lanterna heute gratis sei, da im Hotel Valamar in Lanterna das Oktoberfest stattfinde. Ich konnte das nicht glauben und fragte mehrmals nach, ob das auch wirklich so sei. Sie zeigte mir einen Fahrplan und wies mich darüber hinaus darauf hin, dass die Busse entgegen des Linienplanes stündlich führen. So beruhigt, schlenderten wir vier die paar Meter vom Busbahnhof zum Hafen. Die beiden Frauen konnten an den Verkaufsständen der kroatischen "haute couture" nicht einfach so vorbeigehen, sie begutachteten und bewunderten eingehend die ausgestellten Kleidungsstücke. Gerade so, als ob es keine weiteren Einkaufsmöglichkeiten für Bekleidung mehr gäbe. Für mich hatte das Verhalten der beiden Damen etwas von dem, das den Erfindern des Werbe-Spruches "Letzte Tankstelle vor der Autobahn" vorgeschwebt hatte.

Schließlich kamen wir doch in das Städtchen und fanden ein Café, das unzählige Kuchen und Torten anbot. Es war die reine Augenweide, wie die süßen Verlockungen sich in den Schaufenster so anpriesen. Das Café heißt „Bijeli San“, auf Deutsch so viel wie „Traum in Weiß“. Wir konnten den Schleckereien einfach nicht widerstehen und ich vertilgte zu dem Cappuccino ein Tortenstück mit zwei Lagen Erdbeeren. Wir saßen dazu an einem der schirmgeschützten Tische auf dem Platz vor dem Cafe.

Da unser Bus um 17:20 Uhr vom Busbahnhof nach Lanterna abfahren sollte, standen wir auch schon wieder auf und bummelten durch die kleinen schmalen Gassen. Wir landeten an der Euphrasius Basilika, in die man über einen unscheinbaren Eingang von einer der Gassen gelangt. Diese Basilika ist das Bauwerk des Bischofs Euphrasius, der den Bau dieser Kirche während der gesamten 10-jährigen Bauzeit selbst überwachte. Für den Bau wurde Marmor aus Griechenland verwendet und der Bischof lies in jede der Säulen seine Initialen einmeißeln. Der Besuch der Kathedrale ist kostenpflichtig. Man muss für ein Gebet in der Kirche keine Gebühr bezahlen, denn wer zum Beten kommt, für den ist an der Seite ein Gebetsraum eingerichtet. Allerdings besteht von dem kleinen Raum keine Verbindung zum Hauptschiff der Kirche.

Wir bummelten den Decumanus Corso entlang, die Hauptstraße der Altstadt, vorbei an gotischen Gebäudekomplexen, die Zeugen der ehemals venezianischen Herrschaft sind. Diese Altstadtstraße wird von Läden und Einkaufsmöglichkeiten gesäumt.

Das im 13. Jahrhundert erbaute Romanische Haus besitzt einen hervortretenden Holzbalkon und eine außenführende Treppe.

Schließlich kamen wir zu dem Hauptplatz von Porec mit der Liebfrauenkirche, die im 18. Jahrhundert erbaut wurde.

Da es Zeit war, liefen wir nach dem Genuss eines kroatischen Eisbechers zurück zum Busbahnhof. Ich erkundigte mich nochmals nach Rückfahrkarten und erhielt wiederum die Auskunft, dass die Fahrt nach Lanterna wegen des „Oktoberfestes“ kostenlos sei. Dieses sogenannte „Oktoberfest“ besteht aus ein paar Volksfest-Buden und einem oder zwei mittleren Bierzelten mit Blasmusik. Das Ganze stellt sich als überaus bescheiden nachempfundenes Münchner Oktoberfest dar.

Um es kurz zu machen, es war natürlich nicht so. Der Busfahrer wusste oder wusste angeblich nichts von der kostenfreien Fahrt nach Lanterna. Er verkaufte auch die Tickets nicht im Bus, sondern wir mussten dann doch wieder zum Ticketschalter. Die Mitarbeiterin dort, die uns die kostenfreie Fahrt versprochen hatte, wunderte sich nur, konnte aber auch nichts ausrichten.

Am Campingplatz fuhr der Bus die Haltestelle an, stoppte jedoch nicht, sondern fuhr die weiteren Haltestellen auf der Halbinsel Lanterna an. Vor dem Hotel Valamar fragte der Fahrer, wo wir denn hin wollten. Auf unsere Antwort hin meinte er, warum wir nicht aufgestanden seien, als er auf die Haltestelle am Campingplatz zufuhr, dann hätte er schon angehalten.

 

 

 

Alles klar! War wohl die Retourkutsche wegen des Disputs in Porec über die versprochene und doch nicht gewährte kostenfreie Fahrt.

Wir bezahlten dann unseren Aufenthalt auf dem Campingplatz Lanterna. Die zwei Tage kosteten alles in allem etwa 50 Euro.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Ulrich Schönbein