Unser Paule
Unser Paule
Mautlos aber nicht Mutlos
Mautlos aber nicht Mutlos

11. Tag - Novalja bis Starigrad

18.09.2016

Nun war es an der Zeit die Heimfahrt anzutreten. Da aber Gert und Hanne noch nie in dieser Ecke Europas waren, hatten wir uns vorgenommen, uns am ersten Tag der Rückfahrt viel Zeit zu lassen und am Wege liegende sehenswerte Orte aufzusuchen. Da war einmal das kleine Städtchen Pag, anschließend ein kurzer Halt in Nin, um die kleinste Kathedrale der Welt zu sehen, auf der Fahrt nach Zadar die am Weg liegende Wehrkirche St. Nikolaus und schließlich die Stadt Zadar.

Übernachten wollten wir in Starigrad auf einem Platz, den ich beim Stöbern im Internet während unseres Aufenthalts in Strasko ausfindig gemacht hatte. Er soll direkt beim „Winnetou-Museum“ an der Hotelanlage „Blue Sun“ liegen.

Pag war das erste Ziel. Wir erreichten es schon nach ca. 30 Minuten. Die Parkplatzsuche erwies sich als nicht besonders schwierig. Wir parkten gleich auf einem Platz an einem Supermarkt. Dieser lag direkt am Rande der Altstadt. In die Altstadt selbst kann man natürlich nicht fahren. Es war Sonntag und das Wetter war bescheiden. Da es erst 10 Uhr morgens war hatten wir genügend Zeit, um einmal quer durch zu laufen.

 

Am Stadtplatz sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten versammelt. Da steht die Kathedrale Mariä Himmelfahrt auf der einen Seite und auf der anderen erblickt man den Fürstenpalast aus dem 15. Jahrhundert, die ehemalige Verwaltungsresidenz der Venezianer.

Ein Denkmal für die vielen Frauen auf Pag, die die Pager Spitzen klöppeln, steht in einer Eingangshalle. Die Klöppelarbeiten werden in den vielen Touristen- und Souvenir-Läden der Stadt angeboten.

 

 

Dem Baumeister Juraj Dalmatinac, der die Anlage der Stadt Pag entwarf, ist ein Denkmal gewidmet, das sich ebenfalls am Stadtplatz befindet. Beim Betrachten mutet es seltsam an, dass der Dargestellte mit Hammer und Meißel offensichtlich mit der Amputation seines linken Beines beschäftigt ist.

 

Nach einem Blick über die Fußgängerbrücke, die irgendwie an die Brücke von Mostar erinnert und auf deren anderen Seite die Touristeninformation und der Fischmarkt liegen, fuhren wir schon wieder weiter Richtung Nin.

Endlich war einmal Zeit, an der Brücke „Paski most“, die das Festland mit der Insel Pag verbindet, anzuhalten und den gewaltigen Bau zu bewundern. Es ist eine Stahlbeton-Bogenbrücke über Ljubački Vrata, 300 Meter lang und 9 Meter breit. Wenn die berühmt-berüchtigte Bora ihr Unwesen treibt, dann wird die Brücke gesperrt, da es dann einfach zu gefährlich ist, sie zu überqueren und die Gefahr besteht, vom Wind zusammen mit dem Fahrzeug in die Tiefe geweht zu werden.

Die Festung stammt aus dem 17. Jahrhundert. Sie sicherte eine wichtige Passage für Handelsschiffe und damit auch den Reichtum der Insel Pag: das Salz der Salinen.

Bald hatten wir Nin erreicht. Die kleinste Kathedrale der Welt steht inmitten der Stadt. Wir waren diesmal frech und fuhren an all den schönen kostenpflichtigen Parkplätzen vorbei, bogen in die Straße, die an dem Kirchlein vorbeiführt, hielten direkt gegenüber der Kirche und besichtigten es. Die Hälfte der jeweiligen Fahrzeugbesatzung blieb zurück, damit bei evtl. auftretenden Reklamationen von behördlicher oder privater Seite über unsere Parkgewohnheiten, der Rückzug schnell und ohne Aufhebens angetreten werden könnte. Die Kathedrale, die in einem römischen Ausgrabungsfeld liegt, ist wirklich sehr bescheiden in ihren Ausmaßen, aber diese Hl. Kreuz Kirche soll bereits im 8. Jahrhundert entstanden sein. Im Inneren der Kathedrale gibt es nichts als feuchte Mauern. Deshalb waren wir auch ziemlich schnell wieder weg.

Direkt neben der Staatsstraße 306 liegt in Richtung Zadar ein paar Kilometer außerhalb von Nin das kleine Wehrkirchlein St. Nikolaus. Die Kuppel dieser Kirche ist während der Türkenkriege in einen Wehrturm mit Zinnen umgebaut worden. Kaum vorzustellen, dass von den beschränkten Festungsumbauten dieser kleinen Kirche eine große Gegenwehr gegen anstürmende türkische Reiterhorden zu erwarten war.

 

Zadar liegt nur einen Katzensprung von der Kirche entfernt, sofern die Katze 14 km weit springen kann. Nachdem ein anderer Parkplatz in der Nähe der Meeresorgel nicht zu haben war, parkten wir einfach wieder auf dem Platz, den wir schon von unserem vorjährigen Besuch kannten.

Zadar hat 75.000 Einwohner und ist die Hauptstadt der Gespanschaft Zadar. Eine Gespanschaft ist ein Verwaltungsbezirk, von denen es in Kroatien 21 gibt. Den, den es interessiert, der kann sich hier über die Verwaltungsgliederung Kroatiens informieren.

Wir liefen quer durch Zadar und teilten uns die glatten Straßen mit den vielen Passagieren der Kreuzfahrschiffe, die den Landgang für die Besichtigung der Stadt nutzten.

Wir wollten ja nur zur Meeresorgel und quasi im Vorbeigehen die zahlreichen historischen Denkmale bewundern...

...der Fünf-Brunnen-Platz, der entstand, als die dauerhafte Belagerung die Erbauer der Stadt zwang, ausreichend Mengen an Trinkwasser vorzusehen und zu sichern. Man verwendete die existierenden Gräben für die Wasserzufuhr und baute eine große Zisterne mit fünf geschmückten Brunnen.

…die Kirche St. Simeon, die an der Stelle einer altchristlichen dreischiffigen Basilika gebaut wurde ist heute ein Denkmal des provinziellen Barocks.

...der Narodni trg (Volksplatz) der seit der Renaissance bis heute der Mittelpunkt des öffentlichen Lebens der Stadt ist. An seiner Nordseite befindet sich das Renaissancegebäude der Stadtwache,

...das Forum, ein Stadt-Marktplatz aus römischer Zeit befindet sich vor der Kirche des Hl. Donatus und dem erzbischöflichen Palast.

…die Kirche St. Donatus, das Symbol der Stadt Zadar und bekanntestes monumentales Gebäude in Kroatien aus dem frühen Mittelalter (9 Jh.).

…die romanische Kathedrale der Hl. Anastasia aus dem 12. Jahrhundert, die größte Kathedrale in Dalmatien. Die ältesten Teile stammen noch von einer altchristlichen Basilika.

... an der Außenseite des Kirchenschiffes der Kathedrale haben Händler ihre Waren aufgebaut und bieten sie den Touristen zum Kauf an.

…die Kirche und das Kloster der Hl. Maria, das von der zadarer Adeligen Cika 1066 gegründet wurde.

…weitere Attraktionen sind neben der Meeresorgeln der "Gruß an die Sonne". Beide befinden sich in der Nähe der Anlegestelle der Kreuzfahrtschiffe. Bei der Meeresorgel entsteht durch den Luftdruck, den das Wasser und die Wellen in den Öffnungen und Röhren beim Ein- und Ausströmen erzeugen eine nahezu mystische Musik. Die Faszination dieser Anlage zeigt sich an den vielen Menschen, die auf den Stufen der Meeresorgel sitzen oder auch gerade zufällig vorbeischwimmen.

Nachdem wir endlich in einem Straßencafé neben der Kathedrale den wohlverdienten Capuccino getrunken hatten, hatten wir nur noch eine Stunde Fahrt vor uns, um zu dem Übernachtungsplatz in Starigrad zu kommen. Es hatte wieder angefangen zu regnen, nachdem es heute doch schon mal ein paar Stunden trocken gewesen war.

Auf dem Platz angekommen, war die Anmeldung im Regen schnell erledigt. Da alle freien Plätze unter dichtem Baumbewuchs standen, stellten wir uns auf den Platz, der eigentlich für Zelte vorbehalten war. Wir hatten das ganze Areal für uns, da bei dem Wetter wohl niemand Lust verspürte, das Zeltleben auszukosten.

Der Platz ist nicht besonders groß und liegt direkt vor dem Hotel Alan. Die Wege sind größtenteils gepflastert. Die Sanitäranlagen sind sauber und es gibt sogar eigens für Kinder errichtete Sanitäranlagen. Ein Restaurant liegt am Eingang des Platzes. Wir waren alle wegen des langen Tages mit Besichtigungen und Fahren etwas müde, so dass wir während der wenigen trockenen Minuten vor oder in unseren WoMos zu Abend aßen und uns dann aber schnell nach drinnen verzogen.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Ulrich Schönbein