Unser Paule
Unser Paule
Mautlos aber nicht Mutlos
Mautlos aber nicht Mutlos

14. Tag - Autokamp Lanterna bis Kötschach-Mauthen

21.09.2016

So, heute will ich es endlich wissen. Wie geht das ohne irgendwelche Autobahngebühr oder Maut durch Kroatien, Slowenien und Österreich nach Hause fahren.

Ich hatte noch am Abend am Navi die Fahrstrecke für heute erkundet und für mich festgelegt. Ich wollte auf Biegen und Brechen endlich dem Namen meiner Website gerecht werden und ohne jegliche Autobahngebühren bis nach Österreich kommen. Dort wollte ich auf dem Stellplatz Gailberghöhe bei Kötschach-Mauthen übernachten. Laut Navi waren das nur 295 km.

295 km ohne Autobahn oder Mautstrecken

Den Streckenverlauf hat das Navi aufgezeichnet und die Abbildung zeigt die Strecke in Google-Earth. Die Liste der Ortschaften habe ich in einer Excel-Tabelle zusammengestellt und füge sie einfach mal am Ende der Seite ein.

Anmerkung: Als Navi fürs WoMo benutze ich eine App für mein iPad. Eingesetzt in eine Halterung (habe ich bei  Pearl GmbH gefunden), die sich an der Windschutzscheibe festsaugt und hervorragend hält, schließe ich das iPad mit Adapterkabel an der 12-Volt-Steckdose an. Funktioniert sehr gut. Vor allem ist der Bildschirm so groß, dass man sich während der Fahrt auch mit beiläufigem Blick orientieren kann. Das Gerät wird allerdings beim Ausführen des Navigationsprogrammes an und für sich schon sehr warm. Wenn dann die Sonne noch auf der Windschutzscheibe liegt, ist es schon passiert, dass sich das Gerät ausschaltete und lapidar meinte, dass es erst wieder einzuschalten sei, wenn es sich abgekühlt hätte. Ich lege daher seit einiger Zeit ein Stoffkissen zwischen Scheibe und Gerät und siehe da, es heizt sich durch die Sonne nicht mehr auf. Als Navigationssoftware habe ich die App von Navigon. Sie war zwar ziemlich teuer, immerhin um die 80 Euro, aber dafür ist sie auch sehr gut. Die Ausfertigung für LKW oder WoMo habe ich noch nicht gekauft, sie kostet nochmal 79 Euro. Bis jetzt bin ich so zurechtgekommen. Ich gebe aber keine Anweisung „kurze Strecke“ ein, da ich dabei die Erfahrung gemacht habe, dass dann die Wegstrecken oftmals so sind, dass sie mit dem WoMo einfach unpassierbar sind. Es geht entweder über sehr schmale Straßen oder auch mal nur befestigte Wege, so dass mir das einfach zu risikoreich ist.

Ich möchte nicht nochmal in eine solch prekäre Lage kommen wie auf der Anfahrt zum Campingplatz in Florenz. Damals hatte ich eine kostenlose Navi-App installiert. Man konnte sich bei den Streckenalternativen nur zwischen schnell und kurz entscheiden. Bei der Entscheidung „schnell“ geht es nur über Autobahn und Schnellstraßen. Wer aber will die Urlaubsgegend schon auf der Autobahn oder auf Schnellstraße erkunden? Anders bei der Eingabe „kurze Strecke“, hier geht es tatsächlich den kürzesten Weg, ohne Rücksicht auf Beschaffenheit der Straßen oder Wege. So landete ich vor Florenz an der Einfahrt zu einer schmalen Straße. Nach ca. 200 m kam ein Schild, das mir sagte, dass die weitere Straße nur noch 2,2 m breit sei. Paule ist aber schon 2,17 m breit. Zurückfahren kam wegen der beengten Verhältnisse nicht in Frage. Die Straße war links und rechts durch ca. 2 m hohen Steinmauern begrenzt. Also fuhr ich weiter. Oftmals waren nur wenige cm Platz zwischen Seitenspiegel und Mauer. Als dann noch ein Fahrzeug entgegen kam, dachte ich, dass es jetzt nicht mehr weiter geht. Zum Glück war eine offene Garageneinfahrt da, in die das andere Fahrzeug zurückstoßen konnte. Die Erleichterung war groß als ich nach weiteren 500 bis 1000 m wieder auf eine „etwas geräumigere“ Straße kam. Da hatte ich mir geschworen, mit dem WoMo nie wieder die Alternative „Kurzstrecke“ zu wählen.

Skofjie - Grenzübergang Slowenien - Italien *Quelle: Google Earth

Da Autobahnen in Kroatien und Slowenien kosten, gab ich dem Navi den Befehl „keine Autobahn“ und „keine Mautstrecken“. Die erste Teilstrecke war bis Noghere auf der italienischen Seite geplant. Schon ab Vabriga und Tar, die kleinen Orte gleich beim Campingplatz Lanterna, ging es über Nebenstraße Richtung Slowenien. Die Straßen waren alle in Ordnung. Keine zu schmal oder zu schlecht, als dass man nicht gut hätte fahren können. Im Gegenteil, es war eine herrliche Fahrt durch schöne Landschaften und idyllische kleine Dörfchen. Vor Skofije aber wollte das Navi immer wieder auf die Autobahn. Ich fuhr jedesmal auf Nebenstraßen weiter bis kurz vor dem slowenisch-italienischen Grenzübergang Skofije. Wir waren die letzten Kilometer parallel zur H 5 auf der 741 gefahren. Plötzlich ging es nicht mehr parallel weiter und wir kamen an die Autobahn H 5. Wir standen an der Einfahrt zur Autobahn. Rechts von uns Steinbarrieren, die verhinderten, dass man auf den dahinter liegenden Parkplatz fahren konnte. Da wäre das restliche Stück Autobahn auf dem sog. Zollplatz zu umgehen gewesen. Ich sah ca. 50 bis 100 m rechts von mir die Grenze nach Italien, gab mir nach dem Motto "Augen zu und durch" einen Ruck und fuhr die letzten Meter zur Grenze auf der H5. Ob das jetzt ohne Vignette verboten war, weiß ich nicht, aber ich gehe davon aus, dass diese paar Meter Straße noch zum Zollplatz gehörten. Auf alle Fälle hatten wir es geschafft, mautlos bis hierher zu kommen. Später sah ich, dass ich den Grenzübergang zwischen Plavje auf slowenischer Seite und Belpoggio (45°34'53.72"N, 13°48'11.33"E) auf italienischer Seite hätte ansteuern sollen, damit jegliches Risiko der unberechtigten Autobahnbenutzung ausgeschlossen gewesen wäre.

Erleichtert ging es weiter. Diesmal auf italienischen Landstraßen. Wir fuhren hoch in die Hügel östlich von Triest, immer der Führung des Navis vertrauend. Es ging über teilweise abenteuerlich enge Straßen immer höher. Das Wetter meinte es gut mit uns und die Sonne lachte zu (oder über?) unser Gekurve.

Plötzlich, oh Schreck lass nach, kamen wir wieder auf die slowenische Seite. Es ging etliche Kilometer durch unberührte Landschaft. Die Straßen waren allesamt gut und deswegen auch zügig zu befahren. Manchmal war es etwas eng, aber es herrschte wenig Autoverkehr. Bei einer Eisenbahnunterführung (45°44'35.15"N, 13°49'40.54"E) war die Höhe mit nur 3,10 m angegeben. Gert´s WoMo aber ist 3,18 m hoch. Also stieg ich aus und dirigierte Gert durch die Unterführung. Gott sei Dank, hatten die Ingenieure bei ihrer Höhenangabe so ca. 50 cm Puffer eingerechnet, so dass die Durchfahrt gut ging und Gert nicht in einem WoMo-Cabrio weiterfahren musste. Es sei aber erwähnt, dass diese Fahrt, nicht nur wegen der geringen Höhe dieser Eisenbahnunterführung, mit größeren Wohnmobilen absolut nicht zu empfehlen ist.

Da wir nur sehr langsam vorankamen legten wir auch ein paar Pausen ein. Die letzte Pause vor Österreich an einem Landplatz, auf dem an den deutschen Kampfpiloten Baron von Richthofen erinnert wurde.

Da ich „keine Mautgebühr“ eingegeben hatte, fuhren wir auch nicht wie beabsichtigt über den Plöckenpass nach Österreich sondern zuerst über den Predilpass von Slowenien nach Italien, weiter durch das italienische Travisio und bei Coccau Valico über die Grenze nach Österreich, durch das Gailtal mit Hermagor und Pressegen bis Kötschach-Mauthen. Rechts ab über Laas und schon hatten wir den Stellplatz Gailberghöhe erreicht.

Vom Zeitverhältnis gesehen, hat es sich nicht rentiert. Immerhin brauchten wir für die etwa 295 km sechseinhalb Stunden. Das ist eine Stundengeschwindigkeit von 50 km. Die Autobahn- und Mautgebühren zu vermeiden hat Spaß gemacht, da wir den monetären Begehrlichkeiten, vor allem der Slowenen, die Stirn geboten hatten. Auf alle Fälle war Hanne von der Fahrt durch die Bergwelt Sloweniens und Österreichs überaus begeistert.

Der Stellplatz Gailberghöhe liegt wunderbar inmitten einer grandiosen Bergwelt. Die Plätze sind auf drei Terrassen angelegt. Die Sanitärräume befinden sich rechts der Einfahrt, und ich kann mir gut vorstellen, dass es bei den Männern bei nur einer Toilette, nur einem Urinal und nur einem Waschbecken in der Hauptreisezeit schon mal eng werden kann. Duschen gibt es keine. Der Platz kostet 15 Euro pro Nacht. In den Gebühren sind der Strom, V + E enthalten.

Das Restaurant, zu dem der Stellplatz gehört, bietet allerlei regionale österreichische Gerichte. Wir waren dort zum Abendessen. Das Preisniveau steht dem eines Restaurants in der Großstadt in nichts nach.

Die von uns bestellten vier Mehrkornsemmeln für das Frühstück am nächsten Morgen kosteten 4,80 Euro. (Normalpreis geht anders).

Fahrstrecke von Autokamp Lanterna

zum

Stellplatz Gailberghöhe - mautfrei

Ort

Land

Autokamp Lanterna

Kroatien

Tar

Antenal

Novigrad

Buzinija

Brtonigla

Buje

Kaldanija

Plovanija

Dragonja

Slowenien

Salara

Koper

Spodnje

Valico Rabuiese

Italien

Padriciano

Trebiciano

Opicina

Col

Dol pro Vogljah

Slowenien

Dutovlja

Skopo

Kopriva

Stanjel

Steske

Draga

Dombrava

Volcja Draga

Sempeter pri Gorici

Rozna Dolina

Nova Gorica

Plave

Deskle

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Doblar

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Volce

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Kobarid

Trnovo ob Soci

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Zaga

Bovec

Log pod Mangartom

Strmec na Predelu

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Italien

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Coccau Valico

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St. Daniel

Kötschach-Mauthen

Laas

Gailberg

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