Unser Paule
Unser Paule
Mautlos aber nicht Mutlos
Mautlos aber nicht Mutlos

1. Tag - Erbach nach Neunkirchen

8. Sep 2016

Gert und Hanne waren pünktlich am Morgen angekommen und wir fuhren nach langer Verabschiedung los; noch ein paar Dosen hausgemachter Bauernwurst, damit wir ja nicht verhungerten. Wir haben uns riesig darüber gefreut und mussten bei der Vorstellung lachen: wir in Kroatien bei urschwäbischer Hauswurst!

Aber schon ging´s los auf der A 8 Richtung Osten. Unsere Fahrstrecke für heute war Ulm - Augsburg - München - Rosenheim Inntal-Dreieck - Kiefersfelden - Kufstein - Gerlos-Pass - Neunkirchen am Großvenediger zu unserer ersten Übernachtungsstelle, dem Panoramstellplatz beim Gasthof Friedburg.

Fahrstrecke 357 km

Schlau wie ich war, fuhr ich bei Kiefersfelden von der Autobahn ab, um Paule aufzutanken. Aber was folgte, war eine Irrfahrt in und um Kiefersfelden herum. Es ging durch Nebengassen, über Feld- und Wirtschaftswege. Es war zum Verzweifeln. Aber bei der Gelegenheit kamen wir nach immerhin 30 Jahren an dem Badesee vorbei, in dem wir im Sommer 86 badeten. Wir waren damals in Kiefersfelden in einem Ferienhäuschen. Dieses stellte der Arbeitgeber meines Vaters gegen eine geringe Miete für die Ferien der Mitarbeiter zur Verfügung und wir verbrachten mit meinen Eltern und unseren Kindern einen richtigen Familienurlaub. Ich erkannte den See sofort wieder an dem Wasserskilift. Schon damals hatte ich begeistert denjenigen zugeschaut, die den Mut besaßen und sich mit dem Wasserskilift stehend, liegend, überschlagend über den Hödenauer See ziehen ließen.

Tankstelle fand ich trotzdem keine, so dass ich an der nächsten Autobahnraststätte tankte. Das war die Rastanlage Inntal. Ich bezahlte für den Liter Diesel sage und schreibe 1,28 Euro. In einer Zeit als der Liter Diesel im Durchschnitt 1,06 bis 1,12 Euro kostete. Da ich aber nicht wusste, wann wir wieder an einer Tankstelle vorbeikämen und dass Paule nahezu ausgetrocknet war, tankte ich eben den wuchermäßig überteuerten Treibstoff. Und wie es so ist: Ein paar Kilometer später, als wir in Österreich von der Autobahn abfuhren, hätte ich nur 1,04 Euro pro Liter hinlegen müssen. Also - WARNUNG - vor der Tankstelle der Rastanlage Inntal. Wer nicht glaubt, dass diese Tankstelle zu Wucherpreisen ihren Treibstoff abgibt, der kann sich von dem Foto der Tankrechnung überzeugen lassen. Ich sage nur ABZOCKE!

Bei Wiesing von der Autobahn weg und durch das Zillertal. Bei Zell am Ziller auf die B 165 und den Gerlospass hoch.

Auf der Gerlosstraße hielten wir an einem kleinen gastronomiebetriebenen Parkplatz an. Neben einem guten Cappucino bot dieser Parkplatz einen herrlichen Blick auf den Durlaßboden-Stausee.

Auf der Krimmler Landstraße, wie die Straße später heißt, kamen wir an einem Aussichtspunkt vorbei, von dem aus wir die prächtigen Krimmler Wasserfälle bewundern konnten.

Fast genau auf der Passhöhe ist die Gebühr von 9,00 Euro für das Befahren des Gerlos-Passes bzw. des Naturschutzgebietes zu entrichten.

Nach langer Fahrt kamen wir zu dem Stellplatz unserer ersten Übernachtung: dem Gasthof Friedburg. Die Anfahrt führt über Neunkirchen, Ortsteil Rosenthal. Nach einer ziemlich steilen Bergauffahrt erreicht man den Platz. Als wir ankamen, waren alle Plätze auf dem geschotterten Teil belegt. Ich war verwundert, dass der Platz entgegen unserer früheren Besuche so belegt war. Gert schlug vor, dass wir doch zwei freie Plätze neben der Straße gleich nach der Einfahrt nehmen könnten. Da hätten wir dann auch länger von der Abendsonne. Na ja, schwacher Trost bei so um die 14/15 °C, aber wir nahmen die Plätze. Zu dem in der Nähe der Plätze installierten Stromanschlusskasten hatten wir kein Vertrauen, so dass wir, vielmehr Gert, mit Hilfe eines 25m-Kabel von der Kabeltrommel einen Anschluss zu den Stromkästen auf den geschotterten Plätzen belegten. Als wir so eingerichtet waren und es uns gemütlich gemacht hatten, gingen wir wegen des allgemeinen Hungergefühls in das Restaurant zum Abendessen. Der Platz kostet lediglich 3,00 Euro für Strom, wenn man im Restaurant isst. Ansonsten verlangt der Betreiber 10 Euro für die Nacht. Das Essen ist guter Durchschnitt, dafür aber nicht gerade preiswert.

Es wird erst dann preiswert, wenn man vom jeweiligen Preis die 10 Euro abzieht, die man für den Stellplatz bezahlt, wenn man nicht im Restaurant isst. Dann bekommt man ein paar Würstl schon für -3,80 Euro.

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© Ulrich Schönbein