Unser Paule
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Mautlos aber nicht Mutlos
Mautlos aber nicht Mutlos

5. Reisetag - vom Nationalpark zum Campingplatz

Vom Kamp Korana zum Eingang 1 des Nationalparkes

11.06.2016

 

Den Parkbesuch hatten wir uns für den heutigen Tag vorgenommen. So ganz nach dem Motto: „Schnell noch mal durch den Park, damit auch das abgehakt ist.“ Im Internet hatte Tante Google mir bereitwillig Auskunft über die Wege im Park und die verschiedenen Eingänge gegeben. Eigentlich wollte ich zu Eingang 2 und mir nur einen kurzen Weg von 2 bis 3 Stunden vornehmen.

Gestern Abend hatte ich mich an die Mitarbeiter des Nationalpark-Marketing-Teams, die auf dem Campingplatz Korana in der Rezeption stationiert sind gewandt und schilderte ihnen, dass ich den Nationalpark in etwas mehr als eine Stunde durchqueren wollte, aber sie lächelten mich nur mitleidig an und meinten, wenn ich nicht viel Zeit hätte, dann solle ich doch eine Wanderung von 2 - 3 Stunden wählen, das seien die kürzesten Wege. Aber eine Stunde ginge nicht, weil die Wege so stark begangen seien, dass man nicht vorwärts käme, selbst wenn man schnell laufe. Sie empfahlen mir entgegen meiner Vorplanung den Eingang 1, da von dort aus der Park am schönsten sei.

Von dem Campingplatz Korana aus verkehrt auch ein Shuttle-Bus zum Nationalparkt. Das ist für die, die länger an den Seen bleiben besser, da sie dann ihr Fahrzeug oder Wohnmobil einfach auf dem Platz stehen lassen können und sich das Parken und die Gebühren ersparen. Da wir aber heute noch auf die Insel Pag wollten, nahmen wir das Angebot nicht in Anspruch sondern brausten sofort nach dem Frühstück los. Erst noch bezahlen. 193 Kuna alles inklusive entspricht in etwa 26 Euro.

Und schon ging´s weiter. Nach einer kurzen Fahrt in die verkehrte Richtung waren wir nach 15 Minuten an dem Schild, das uns zu dem Parkplatz am Eingang 1 führte. Ein Parkplatzmitarbeiter zeigte uns auch gleich, wo wir mit dem Wohnmobil parken könnten. Wir stellten Paule zwischen den großen Bussen so ab, dass wir nach unserem Parkbesuch oh-ne Probleme wieder schnell wegfahren könnten.

Dann über eine Brücke auf die andere Straßenseite zum Eingang und natürlich zur Kasse. Lange Schlangen vor den Kassen, zahlreiche Busgruppen, die sich von den Fremden-führern anhand der Karten auf den großen Infotafeln den Park und dessen Besonderhei-ten erklären ließen. Ein einziges babylonisches Sprachengewirr. Vor allem waren jede Menge Japaner "Europe in five days“ unterwegs. Na ja, ich machte es ja ähnlich. Bei mir würde das Motto lauten "Plitvitzer Seen im Stundentakt". Endlich waren wir an der Reihe. 110 Kuna für jeden von uns. Das sind in etwa 15 bis 16 Euronen. Ich hatte mit mehr gerechnet, weil ich meinte, gelesen zu haben, dass der Eintritt so um die 30 Euro pro Person kosten sollte. Auch gut und eine positive Überraschung. In diesem Eintritt ist alles inbegriffen: Panoramabahn fahren und auch mit dem Schiff über den See schippern. Jetzt also sollten wir den Nationalpark und einige der Drehorte der Winnetoufilme live kennenlernen.

Eintrittskarte mit Plan

Gleich nach dem Eingang orientierten wir uns anhand der Schilder, wo wir hinmüssten. Als ich dann endlich das Prinzip der Wegepläne verstanden hatte, liefen wir zur Station 1, von der die Panoramabahn abfährt. Wir erhofften uns prächtige Ausblicke auf die Seen und die Wasserfälle. Die Bahn entpuppte sich als Zugfahrzeug - ähnlich einem Unimog - mit zwei "sight-seeing-Waggons". Also Panoramabahn war etwas übertrieben und die großen Fenster in den Waggons hätte man sich sparen können, denn es ging auf asphaltierter Straße durch dichten Wald, ohne einen erwähnenswerten Blick auf die Seen zu erhaschen.

Nach einer kurzen Bergabwanderung zu Station 2 kamen wir an die Abfahrtstelle des Schiffes und erfuhren, dass wir zuerst mit einem Schiff auf die andere Seeseite übersetzen müssten, um dann auf das Schiff zu kommen, das uns den See entlang zurückschippern sollte. Es ging alles reibungslos, denn überraschenderweise, war es nicht überfüllt und die Menschenmassen, die ich am Eingang gesehen hatte, verliefen sich in der Weitläufigkeit des Parkes. Wir setzten über, stiegen um und kamen an der Anlegestelle P3 an. Schon von weitem sahen wir, dass mehrere hundert Meter lange Menschenschlan-gen für eine Schifffahrt anstanden. Wir beglückwünschten uns, dass wir durch Zufall doch den „richtigen“ Weg gewählt hatten und ich bedankte mich in Gedanken bei den Mitarbeitern des Marketing-Teams, die uns den Eingang 1 empfohlen hatten.

Plitvicer Seenkarte

Nach dem Ausstieg richteten wir uns nach den Schildern, die zum Parkplatz und damit zum WoMo wiesen. Wir liefen durch phantastische Naturlandschaft mit größeren und kleineren Wasserfällen. Es ging nur noch über einen sog. Knüppelweg, teilweise nur Zentimeter über dem Wasserspiegel. Aber alles lief gut, bis wir an die Abzweigung zum Parkplatz kamen. Geschlossen!!!! Wegen Bauarbeiten! Hätte man da nicht schon früher auf dem Schildern hinweisen können? Enttäuschung machte sich bei uns breit. Den ganzen Weg wieder zurück? Das konnte ja wohl nicht sein! Aber erst mal weiter, vielleicht findet sich doch eine Möglichkeit. Ein paar Meter weiter war Ende. Wir standen auf der großen Aussichtsplattform vor dem großen Wasserfall. Na dann eben anschauen, ein paar Fotos und dann wieder zurück. Nach ein paar hundert Metern kamen wir an eine Abzweigung, von der ein steile Felsstiege nach oben in eine Höhle führte - mit Fledermäusen, wenn man der Beschilderung Glauben schenken darf. Also kurz entschlossen einsteigen und ein Blick nach oben sagte uns, dass wir durch diesen Höhlenaufstieg schneller an unserem Parkplatz ankommen müssten, als wenn wir den ganzen Weg wieder zurück hätten gehen müssen.

Tatsächlich lagen wir mit unserer Vermutung richtig, als wir verschwitzt und außer Atem oben ankamen. Nur noch ein paar hundert Meter laufen und wir waren bei Paule.

Diese „Durchgangshöhle“, die uns den Rückweg ungemein verkürzt hat, wird auch in den Winnetou-Filmen gezeigt. In ihr soll sich angeblich der Schatz im Silbersee befinden. Wen Näheres interessiert, der kann sich auf folgendem Link orientieren und für die Höhle die Seite 5 anklicken.

Fazit: Wir hatten durch unsere intuitive Wegwahl so ziemlich den gesamten Park durch-quert, hatten alle Inklusivleistungen genossen und vor allem: wir hatten alle Highlights dieses wunderbaren Naturensembles gesehen.

70 Kuna für Paules Aufenthalt waren schnell bezahlt. Die restlichen 185 Kilometer spulten wir so schnell ab, dass wir schon gegen 17 Uhr auf dem Campingplatz Strasko waren. Wir hatten vorher in einem Vorort von Pag auf der Insel Pag im "Plodine" - eine kroatische Supermarktkette - unsere Lebensmittelvorräte aufgefüllt.

Fahrstrecke Plitvicer Seen auf die Insel Pag über die Brücke bei Posedarje

Auf dem Stellplatz dann das gleiche Ritual wie im vorigen Jahr. Rangieren bis die Antenne richtig ausgerichtet ist. Diesmal dauerte es aber länger. Nun konnte ich an die Einrichtung des Platzes gehen. Markise ausfahren und vertäuen, Vorzeltteppich auslegen und schon sah das Ganze eingerichtet aus. Ein paar LED-Lampen taten ihr Übriges.

Am Abend dann Regen und Gewitter ohne Ende. Der Fernseher setzte aus, da durch das Gewitter der Satelittenempfang heftigst gestört war. In der Nacht setzte sich das Gewitter noch heftiger fort. Es knallte, donnerte und blitzte, dass wir manchmal schon einen Einschlag in unmittelbarer Nähe vermuteten. Irgendwann hörte auch das auf, und wir konnten ein paar Stunden schlafen.

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© Ulrich Schönbein