Unser Paule
Unser Paule
Mautlos aber nicht Mutlos
Mautlos aber nicht Mutlos

3. Reisetag - Pesenthein bis Bled

09.06.2016

Fahrstrecke 96 km

Schon früh am Morgen wollten wir weiter, um vielleicht doch noch dem Regen so schnell wie möglich zu entkommen, der die ganze Nacht das Dach unseres WoMos malträtiert hatte.

Unser Reiseziel war Bled in Slowenien. Da wir gestern Nachmittag genügend Zeit hatten uns über die Fahrstrecke nach Bled einig zu werden, wollten wir also heute nicht auf der Autobahn, sondern mal auf anderen Straßen und Wegen durch Österreich und dann nach Bled zu kommen. Das Navi zeigte uns auch eine angenehme Strecke mit gerade mal 95 km - also ca 30 km mehr als auf der Autobahn. Das war es uns wert. Mal die Gegend an-sehen und nicht nur stur auf der A 10/11 nach Slowenien reindonnern.

So fuhren wir guten Mutes los und freuten uns trotz des anhaltenden Regens auf eine ab-wechslungsreiche Fahrt. Das sollte es auch werden, wie wir gleich feststellen konnten. Nach etwa 40 bis 50 km kamen wir an ein Schild, auf dem Wurzenpass stand. Ich sah es und machte mir aber keine Gedanken außer dass es von nun an nach oben ging. Und wie es nach oben ging.

Die meiste Zeit nur im 2. Gang, an den richtigen Steilstrecken mit 18 % ging es gar nur im 1. Gang. Wenn Paule es nicht schaffen sollte, was machte ich dann? Ich dachte gar nicht weiter nach, sondern fuhr im 1. Gang nach oben und bediente das Gaspedal so, dass der Motor nicht zu hoch drehte, Paule aber dennoch weiter kam. Mit welcher Geschwindigkeit, wenn man überhaupt von Geschwindigkeit reden konnte, wir nach oben fuhren, wissen wir nicht mehr, da unsere ganze Konzentration der Steigung und deren Bewältigung galt. Aber viel mehr als 10 bis 20 km/h dürften es nicht gewesen sein.

Was mich aber am allermeisten wunderte, war die Geduld der hinter mir herfahrenden PKWs und Motorräder. Es war nicht viel Verkehr, aber dennoch stellte meine langsame Fahrt den Pass hinauf die Geduld meiner motorisierten Mitmenschen sicherlich ganz schön auf die Probe.

Nach gefühlten 5 Stunden - es waren aber in Wirklichkeit nur ca. 30 Minuten - kamen wir endlich auf der Passhöhe an. Als vorsichtiger und sicherheitsbewußter Mensch, kaufte ich auf der Passhöhe gleich die Monatsvignette für Slowenien. Wer weiß, ob ich nicht doch noch heute auf der slowenischen Autobahn herumgeistere? Im Kompass Shop hatten sie dann auch noch eine der heiß begehrten Vignetten. Sie kam sofort an die Windschutz-scheibe - und zwar vorschriftsmäßig. Denn auch da gibt es geltende Richtlinien. Zwar mit einem gewissen Auswahlrecht aber doch unmissverständlich.

 

Wie steht auf einer entsprechenden Internetseite so schön?

 

Tipp: Vignette direkt nach Empfang aufkleben.

Nur eine gültige und außerhalb eines Tönungsstreifens auf der linken Seite der Innenseite der Windschutzscheibe aufgeklebte, unbeschädigte Vignette erbringt den Nachweis der ordnungsgemäßen Mautentrichtung.

Wird eine Vignette nicht aufgeklebt, eine gefälschte Vignette benutzt oder wird ohne Vignette gefahren, dann wird ein Bußgeld von 300 € bis 800 € erhoben.

 

https://www.tolltickets.com/country/slovenia/vignette.aspx

 

Also da ist nichts mit auf der Beifahrerseite, Seitenscheibe oder außen auf die Windschutzscheibe aufkleben. Sollte man sich durch ein Missgeschick „verklebt“ haben, dann hilft nur ein Neukauf.

 

Deshalb:

Wer gut und richtig klebt,

der länger in Slowenien lebt.

 

Ok. Nicht gerade geistreich, aber dennoch zumindest zum Schmunzeln.

Hier die zeichnerische Erklärung.

Also ich kann mir nicht helfen, aber die Zeichnung weckt Assoziationen in mir. So etwa wie "... die ha-ben wohl ´ne Schraube locker ..." Aber das geht wahrscheinlich nur mir so. Deshalb können Sie die Zeichnung auch geflissentlich übersehen.

Bei der Gelegenheit sah ich, als ich mich auf der Passhöhe so umschaute, dass die Österreicher tatsächlich wieder die Grenzkontrollen an der Grenze von Slowenien eingeführt haben. Dabei dachte ich mir, dass die Flüchtlinge doch ziemlich erschöpft sein müssen, wenn sie den Wurzenpass hochlaufen und hier nach Österreich einreisen wollen. Ob wohl viele Flüchtlinge auf diese Idee gekommen sind?

Nun ging´s wieder richtig bergab in Richtung Podkoren und Kranjska Gora. Die weitere Fahrt verlief unspektakulär. Es regnete die ganze Zeit.

Der Campingplatz in Bled wirbt mit 5 Sternen. Warum, hat sich mir nicht ergründet. Der Platz ist schön am See gelegen. Die Stellplätze sind größtenteils unparzelliert. In der Nähe des Eingangsbereiches wurden ein paar Stellplätze modernisiert und man konnte se-hen, dass dann jeder Platz seine eigene asphaltierte Einfahrt haben wird. Die Plätze sind dann durch Pflastersteinreihen voneinander abgegrenzt.

Dennoch fanden wir nicht gleich einen Platz, der uns zusagte. Da es ziemlich und aus-dauernd regnete, war das Erdreich durchnässt und ich wollte natürlich nicht mit dem Wohnmobil steckenbleiben. Es dauerte eine gute Viertelstunde, bis wir endlich eine Stellfläche gefunden hatten. Ich brauchte diesmal sogar alle drei Stromkabel, um bis zum Stromkasten zu kommen - fünf Sterne wohlgemerkt. Aber vielleicht bezog sich das auch nur auf den Hotelkomplex zu dem der Campingplatz gehört. Für den Kasten hatte ich beim Anmelden einen Schlüssel bekommen. Es wäre also so ohne weiteres nicht möglich gewesen, das Wohnmobil mit Strom zu versorgen. Aber es war dann endlich geschafft. Wir hatten uns einen Platz gesucht, der mit kleinen Schottersteinen ausgelegt war. So mussten wir bei dem Regen wenigstens nicht durch das matschige Erdreich stapfen.

Eines der Sanitärgebäude lag etwa 50 m von unserem Platz. Die Sanitäranlagen sind sauber und ordentlich; im Gebäude, Toiletten, Duschen, Waschbecken, am Gebäude Spülbecken und Becken zum Wäschewaschen sowie die Möglichkeit, die Chemietoilette zu entleeren.

Bei einem Regenschirm-Rundgang über den Platz sahen wir, dass der Platz an der Ein-gangsseite direkt an den See grenzt. Dort sind auch ein kleiner Supermarkt und ein Restaurant. Direkt am Seeufer neben der Liegewiese eine Anlegestelle für Boote, die zu der kleinen Insel mitten auf dem See fahren, um den Menschen die Gelegenheit zu geben, die dortige Kirche zu besuchen oder gar die Wunschglocke zu läuten. Die Legende besagt, dass einst auf der Burg von Bled die schöne Witwe Polixena gelebt haben soll und in der Trauer um ihren Ehemann eine Glocke für die Inselkapelle in Auftrag gab. Als die Glocke auf die Insel hinübergeschafft werden sollte, kenterte das Boot in einem heftigen Sturm, die Besatzung ertrank und die Glocke ging unter. Und auch heute noch kann man aus den Tiefen des Sees das Läuten der Glocke hören. Nach dem Tod der Witwe ließ der Papst eine neue Glocke für die Inselkirche schicken. Wer sie Maria zu Ehren läutet, dem geht ein Wunsch in Erfüllung.

Wieder zurück war es schon Zeit für das Abendessen. In dem Restaurant am Eingang des Platzes gab es eine slowenische / kroatische Speisekarte. Die Preise waren ak-zeptabel. Die Portionen waren auch ausreichend.

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© Ulrich Schönbein