Unser Paule
Unser Paule
Mautlos aber nicht Mutlos
Mautlos aber nicht Mutlos

4. Reisetag - Bled bis Plitvitz

10.06.2016

Irgendwann gegen morgen hörte es auf zu regnen. Die ganze Nacht trommelten die Regentropfen gegen das Dach des Wohnmobils. Es wollte einfach kein Ende nehmen. So waren wir dann schon zeitig wach. Nach der Morgenwäsche, dem Frühstück und nach dem Bezahlen des Platzes fuhren wir aus dem Platz hinaus. Beim Hinausfahren bemerkte ich, dass es auch eine Gelegenheit gab, das Auto zu waschen. Ein Mitcamper versuchte sich auch gleich daran und spritzte sein WoMo ab, um es von dem Erdschmutz des Platzes zu befreien. Das Problem hatten wir nicht, da wir auf einem geschotterten Platz gestanden hatten.

Am See vorbei noch ein Blick auf die Boote, die wieder zwischen Ufer und Kircheninsel verkehrten. Hoch droben blickt die Burg auf das bunte Treiben auf dem See.

Vor uns lagen 260 km bis zu unserem nächsten Ziel, dem Autokamp Korana bei den Plitvitzer Seen. Wir fuhren teils Autobahn, teils Landstraße. Zwischen Slowenien und Kroatien gibt es noch Grenzkontrollen, da Kroatien noch nicht zu den Schengener Vertragsstaaten gehört. Aber diese Kontrolle erschöpfte sich wie alle vorherigen Kontrollen auch in einem bloßen Blickkontakt und einem kaum sichtbaren Winken entweder mit dem dritten Fingerglied (Phalanx distalis) des Zeigefingers (Digiti manus II oder Index) oder auch nur mit den Augenpupillen, so dass man sich nie ganz sicher sein konnte, dass der Grenzbeamte einen tatsächlich weitergewinkt hat.

Aber auch das überstanden wir ohne Schaden.

Passkontrolle!

Gleich nach der Grenze hielten wir an, da wir nun endlich unseren ersten kroatischen Kaffee genießen wollten. Der Genuss fand in einem der Cafés statt, die an die neben der Straße liegenden Einkaufzentren angegliedert sind. Die Dörfer und kleinen Städtchen durch die man kommt, sind um die Mittagszeit wie ausgestorben und laden absolut nicht dazu ein, nach einem kaffeeausschenkenden Restaurant oder gar nach einem Café Ausschau zu halten, weil schon die mittägliche Atmosphäre den Misserfolg eines solchen Unternehmens prognostiziert.

So tranken wir unseren Cappuccino und aßen unser Gebäck, das wir uns in der nebenge-legenen Bäckerei besorgt hatten.

Über Novo Mesto und Karlovac kamen wir dann auf die Staatsstraße 1 und erreichten gegen 18 Uhr das Autokamp Korana. Ich hatte diesen Platz vor der Abfahrt zu Hause am In-ternet ausgesucht. Der Campingplatz ist 35 ha groß und liegt 8 km nördlich des Nationalparks Plitvicer Seen. Er bietet ein Buffetrestaurant und ein à-la-carte-Restaurant mit einer Sommerterrasse, eine Bar und ein Geschäft. Kostenfreies WLAN und Parkplätze sind ebenfalls vorhanden. Von dem Platz aus verkehrt ein kostenloses ShuttelBus zum Nationalpark. Ob wir den allerdings in Anspruch nehmen werden, ist ungewiss.

Fahrstrecke 270 km

Der Campingplatz befindet sich auf einer Hochebene mit Blick auf die Korana, ein kleines Flüsschen, das in die Plitvicer Seen fließt und auch dem Campingplatz zu seinem Namen verhilft.

Aber zunächst einmal die Anmeldung. Das war schnell erledigt. Uns wurde gestattet einen uns genehmen Platz auszusuchen und dort die Nacht stehen zu bleiben. Wir fuhren mindestens drei Runden und konnten uns nicht für einen Platz entscheiden. Auf einem großen freien Platz gegenüber der Reception war alles schon nahezu belegt. Nur vereinzelte Plätze, die gerade mal erlauben, die Campertür zu öffnen, sind noch frei. Ein Schritt weiter und man war unter der Markise des Nachbarn oder stieß mit dem verlängerten Rücken an dessen Entsorgungsklappe. Andere Plätze wiederum waren so hügelig und so sehr unter Bäumen versteckt, dass wir dort einfach noch bleiben wollten, da sich der Aufstellaufwand für eine Nacht einfach nicht lohnte.

Also stellten wir uns auf eine asphaltierte Fläche neben einem norwegischen Camper. Da diese asphaltierte Fläche am Rande in eine steile Böschung überging, bestand Elisabeth darauf, dass ich die Keile unter die Reifen legte. Dies trug uns ziemlich fragende Blicke der norwegischen Nachbarn ein. „My wife is afraid of rolling down the embankment“ rief ich in Richtung Norwegen und erntete ein vielsagendes mitleidiges Lächeln. Aber egal, wir inspizierten erst mal die Sanitäranlagen und waren überrascht über deren Sauberkeit.

Später gönnten wir uns noch ein bescheidenes Abendessen in dem platzeigenen Restaurant. Die Preise hatten durchaus Großstadtniveau. Aber es schmeckte uns und wir waren zufrieden. In der Rezeption innerhalb des Platzes erhielt ich noch eine informative Broschüre über den Nationalpark und wir konnten unsere Besichtigungstour durch den Park vorbereiten.

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© Ulrich Schönbein