Unser Paule
Unser Paule
Mautlos aber nicht Mutlos
Mautlos aber nicht Mutlos

4. Tag - Neustadt an der Weinstraße bis Bad Dürkheim

Um 10 Uhr kamen wir bei herrlichem Sonnenschein vom Weingut Schäfer in Mußbach weg.

Obwohl schon im Reiseblog geschrieben, hier nochmals in aller Deutlichkeit. Die begrenzten Sanitäranlagen, eine Dusche, jeweils eine Toilette für Männlein und Weiblein, sind einfach zu wenig. Trotz der nicht vollen Belegung der Stellplätze brachen diese aus allen Nähten. Notgedrungen erledigten manche mangels Kapazitäten die Morgentoilette an den Waschbecken in der WC-Anlage. Da sollte die Familie Schäfer noch etwas aufbessern. Es macht ja auch nicht unbedingt Spaß, die Dusche gleich nach dem Vorgänger, der Vorgängerin zu betreten und in der Duschtasse noch die schaumigen Reste vom letzten Spülgang des Vormannes, der Vorfrau vorzufinden. Wir konnten alles im Wohnmobil erledigen; rasieren, waschen war gut möglich und so blieb uns das Warten auf die spärlichen Freikapazitäten erspart.

Unser heutiges Ziel war zunächst die Klosterruine Limburg und anschließend die Burgruine Hardenburg.

Fahrstrecke 25 km für heute

Nach etwa 5 km und einmal verfahren, waren wir am Kloster Limburg. Wir sind durch etliche Wohnsiedlungen geirrt, da unser Navi unbedingt, den kürzesten Weg zu den Tageszielen finden wollte. Endlich waren wir dann auf dem Parkplatz (49°27'26.29"N, 8°8'46.85"E) direkt vor dem Kloster bzw. der Klosterruine angekommen. Keine Parkgebühren auf dem Platz direkt vor der Ruine. Keine Entrittskosten - gibts ja nicht - wird mancher sagen, aber hier mussten wir weder Eintritt noch Parkgebühren bezahlen. Es war auch nicht viel los. Die an der Ruine befindliche Klosterschänke öffnete gerade erst ihre Pforten. Direkt neben dem Parkplatz sind die sogenannten Gottschalk-Skulpturen zu finden. Hat nichts mit dem Entertainer oberfränkischen Geblüts zu tun. Dieser Gott- schalk war im 11. Jhd. ein Benediktiner Mönch im Kloster Limburg.

In Schaukästen vor dem Eingang sind Zeichnungen ausgehängt, die das ehemalige Aussehen des Klosters veranschaulichen sollen.

„Im 9. Jahrhundert wurde von den salischen Herzögen aus Worms eine Burg angelegt, die den Eingang des Isenachtals beherrschte. Diese Schutzfunktion übernahm gut 300 Jahre später die Hardenburg, die 2 km weiter westlich errichtet wurde. Unter Beibehaltung des Namens wurde die Limburg ab 1024 zu einer Abtei des Benediktinerordens mit Basilika umgebaut und 1035 in Anwesenheit Kaiser Konrad II. der Gottesmutter Maria geweiht. Vorübergehend, von 1034 bis 1065, wurden die Reichskleinodien im Kloster aufbewahrt. Als Königin Gunhild von Dänemark, die Gattin Kaiser Heinrich III., 1038 in Italien starb, wurde ihr Leichnam über die Alpen gebracht und im Kloster beerdigt. Ihre Gebeine ruhen noch heute im Kirchenschiff.“ (Wikipedia)

Der Innenraum der Ruine dient heute als Veranstaltungsort. Die Klosterschänke hatte ihren "Biergarten" in einem Teil der ehemaligen Klosteranlage eingerichtet.

Die ganze Anlage erinnert ungemein an die vielen Klosterruinnen in England, wie z.B. Fountains Abbey oder Whistby in Yorkshire. Auf alle Fälle rentiert sich ein Besuch dieser Klosteranlage.

Danach fuhren wir zur Burgruine Hardenburg. Hier hatten wir es nicht so einfach mit dem Parken. Wir konnten das WoMo nur im Tal auf einem Parkplatz (49°27'53.59"N, 8°7'8.36"E) abstellen. Zu Fuß geht es dann ca. 10 Minuten einen schattigen Waldweg den Berg hinauf zur Burgruine.

Auch hier größtenteils nur noch die Außenmauern. Eintritt wurde natürlich verlangt, aber es war wie bei der Burg Trifels, Kinder und Rentner nur die Hälfte. Dermaßen beschwingt kamen wir in den großen Ausstellungsraum, in dem allerlei Gegenstände aus der Zeit, als die Burg noch bewohnt war, ausgestellt waren. Diese Gegenstände hatten die Archäologen einer Abfallgrube zu verdanken, die sie vor der Burg entdeckten. Mir kam in den Sinn, was wohl 50 oder 100 Generationen später die Archäologen über den Inhalt unserer Mülldeponien sagen würden. Die Plastiktüten wird es dann wohl noch geben. Wie sie diese wohl einstufen werden?

„Anfang des 13. Jahrhunderts wurde die Burg als Höhenburg errichtet, und im 16. Jhdt. wurde sie zur wehrhaften Renaissance-Residenz ausgebaut. Mächtige Mauern und Bollwerke, Geschütztürme, Tore, Wehrgänge und Katakomben zeugen noch heute vom stark festungsähnlichen Charakter. Zugleich jedoch verweisen Gärten, die Überreste großzügiger Wohntrakte, sowie einst prächtige Saalbauten auf eine nicht minder bedeutsame zivile Nutzung als standesgemäßes Wohnschloss der Grafen von Leiningen.“ (Wikipedia)

Als wir unseren ausführlichen Rundgang beendet hatten, fuhren wir nach Bad Dürkheim. Parkplätze - auch für Wohnmobile sind auf dem Wurstmarktplatz (49°27'58.00"N, 8°10'17.17"E). Auf diesem Platz findet alljährlich das größte Weinfest der Welt statt, der Dürkheimer Wurstmarkt. Ein Bereich dieses Platzes ist für Wohnmobile vorgesehen, die hier über Nacht stehen wollen. Am Rande des Platzes steht das größte Weinfass der Welt, das Dürkheimer Weinfass, in dessen noch nie gefülltem Innern ein Restaurant betrieben wird.

Kaffee und Kuchen in der Kurstadt, ein Besuch des Stadtmuseums - Eintritt frei - und schon hatten wir den kleinen Stadtbummel hinter uns. Auf unserem Rundgang haben wir natürlich dem Spielcasino einen Besuch abgestattet. Ein Blick in die Schlosskirche verschaffte uns eine Verschnaufpause bei dem heutigen Programm. In einer Metzgerei am Marktplatz kauften wir uns für das Abendessen zwei Scheiben pfälzischen Saumagen. Ich kann vorausschicken, dass er uns hervorragend gemundet hat.

Dann zu unserem letzten Übernachtungsort dieser Kurzreise. Dafür hatte ich vorher im Internet den Knaus Campingplatz in Bad Dürkheim (49°28'26.71"N, 8°11'34.54"E) ausgesucht. Bei der Ankunft herrschte schon reges Gedränge an der Anmeldung. Uns wurde der Platz 408 in der Merlot Reihe zugewiesen. Die einzelnen Stellplatzreihen sind mit Namen von Rebsorten bezeichnet. Nach der schrankenbewehrten Einfahrt kommt man auf eine schnurstracks geradeaus führende Straße, auf deren linken Seite haben es sich die Dauercamper gemütlich gemacht. Auf der rechten Seite und damit am Ufer des Almensees, an dessen Ufer der Campingplatz liegt, sind die Stellplätze für die Touristen.

Ein Flugplatz liegt auf der anderen Seite des Sees. Es herrscht kein reger Flugverkehr; ab und zu landet oder startet eine kleinere Maschine. An der Merlotreihe angekommen, ließ sich eine Platzbegrenzung nicht ausmachen. Um den Strom anzuschließen, braucht man ein 25 m Kabel, da die Anschlusskästen in der Mitte der Abstellreihen aufgestellt sind. Wasser und Abwasser am Platz sind nicht vorhanden. Ach ja, es handelt sich laut Anzeige um einen immerhin 4-Sterne-Platz. Die Sanitärgebäude sind auf der Dauercamperseite. Die Sauberkeit dieser Sanitäranlagen sollte deutlich ernster genommen werden. Für einen 4-Sterne-Platz erwarte ich ein täglich mehrmaliges Reinigen, zumal wir für die eine Nacht den stolzen Preis von 35,70 Euro entrichteten. Nach meinem Dafürhalten ist das Preis-Leistungsverhältnis auf diesem Platz völlig aus dem Gleichgewicht geraten. Vielleicht ist es auch der Name „Knaus Campingparks“, der mitbezahlt werden muss. Aber gerade bei einem der größten Wohnmobil- und Wohnwagenhersteller sollte man erwarten, dass er streng darauf achtet, dass die Plätze in jeder Hinsicht dem kalkulierten Preisniveau entsprechen.

Dann tritt mit Sicherheit auch der - hoffentlich - gewünschte Werbeeffekt für das Campen an und für sich und vor allem für die eigenen Produkte ein.

Das Pfälzerlied ist von dem Schriftsteller Eduaurd Jost. Er erdachte dieses Lied 1869 während seiner Zeit in Bad Dürkheim und hat es neben dem Turm der Klosteranlage Limburg niedergeschrieben.

Damit endet auch der Reisebericht über vier herrliche Tage in einer unserer schönsten Landschaften in Deutschland - die Rheinland-Pfalz.

 

 

Das Pfälzerlied

 

Am deutschen Strom, am grünen Rheine ziehst du dich hin, o Pfälzerland!

Wie lächelst du im Frühlingsschmucke, wie winkt des Stromes Silberband!

Da steh’ ich auf des Berges Gipfel und schau auf dich in süßer Ruh’,

und jubelnd ruft’s in meinem Herzen:

O Pfälzerland, wie schön bist du! O Pfälzerland, wie schön bist du!

 

Es nickt von deinen sanften Hügeln die Rebe mir im Sonnenstrahl,

es lockt das Grün mich deiner Wälder, der Fluren Pracht in jedem Tal.

Von deinen Kirchen und Kapellen tönt mir die Sonntagsglocke zu,

und Andacht und Begeist’rung flüstern:

O Pfälzerland, wie schön bist du! O Pfälzerland, wie schön bist du!

 

Und deiner Burgen graue Trümmer und deines Domes stolzer Bau,

wie grüßen sie im Sonnengolde vom Berge mich und aus der Au!

Es zieht mich hin zu ihren Räumen, es treibt mich ihren Hallen zu,

und wie ich wandre, tönt es freudig:

O Pfälzerland, wie schön bist du! O Pfälzerland, wie schön bist du!

 

Ja, schön bist du, o Fleckchen Erde am deutschen Strom, am grünen Rhein,

du Land voll Biederkeit und Treue, du Land im Frühlingssonnenschein!

Und find’ ich einst in deinem Schoße, o Pfälzerland, die sel’ge Ruh',

dann ruf’ ich mit dem letzten Hauche:

O Pfälzerland, wie schön bist du! O Pfälzerland, wie schön bist du!

Zum Schluss noch eine kleine aber (un)vollständige Abrechnung

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© Ulrich Schönbein