Unser Paule
Unser Paule
Mautlos aber nicht Mutlos
Mautlos aber nicht Mutlos

2. Tag - Burg Trifels, Landau in der Pfalz, St. Martin

Es hatte in der Nacht leicht geregnet und das Gras auf dem Platz war noch feucht, als ich am Morgen Richtung Sanitärgebäude lief. Die Waschbecken waren schon gut belegt. Es waren gestern Abend noch einige Camper angekommen. Darunter auch zwei Männer, offensichtlich Vater und Sohn. Sie hatten jeder ein Fahrzeug und ein Einmannzelt, das sie beim Dunkelwerden neben ihren Autos aufbauten.

Fahrstrecke 30 km

Aber erst mal frühstücken und dann weiter. Nach nur ein paar Kilometern kamen wir zu dem Parkplatz am Fuß der Burg Trifels. Gebühren bezahlt man am Kiosk, wenn er geöffnet ist. Er war geschlossen und wir wollten losmarschieren. Vorher mussten wir umparken. An dem Hydranten, vor den wir uns gestellt hatten, sollten heute noch Instandhaltungsarbeiten vorgenommen werden. So sagte uns das der Gastwirt des „Barbarossa“. Ein steiler Wanderpfad führt nach oben zur Burg. Der Fels, auf dem die Burg steht ist ein Kletterparadies. So beobachteten wir beim Aufstieg zwei Kletterer, die die steile Felswand erklommen.

Etwa 20 Minuten waren wir unterwegs. Dann wir standen am Burgeingang. 4,50 Euro wollte der Burgwächter von jedem von uns. Sogar einen Rabatt für Senioren gab es.

Dann bestaunten wir die Lieblingsburg Barbarossas und Friedrich II. Hier wurde auch Richard Löwenherz, der König von England, gefangen gehalten und erst gegen 23 Tonnen Silber freigelassen.

Von der ursprünglichen Burganlage ist nicht mehr viel erhalten. Es wurde umso mehr an- und um-gebaut. 

Der einzige Gebäudeteil, der aus den Anfängen des Baues der Burg stammt, ist die Burgkapelle.

Die Nachbildung der Reichskleinodien, Krone, Schwert und Erdkugel sind in einem Raum neben der Nachbildung des Thrones zu bewundern.

Wer mehr über die Geschichte der Burg wissen will, kann den folgenden link anwählen.

Nach ca. einer Stunde Burgbesuch kamen wir zurück zu unserem Paule. Wir fuhren den Berg hinunter und sahen uns das Städtchen Annweiler an.

Ein Marktplatz mit Kirche und an der Rathausecke eine Statue von Friedrich II. war unsere Sightseeing-Ausbeute. Wir waren dann auch schnell wieder weg; denn wir wollten noch nach Landau in der Pfalz.

15 km waren es bis Landau in der Pfalz. Einen Parkplatz für das Wohnmobil findet man schnell auf dem Festplatz der Stadt, auch Alter Messeplatz genannt. Den Platz findet man am Nordring (49°12'4.77"N, 8°6'34.45"E). In die Altstadt kommt man gut zu Fuß. Es sind etwa 300 m bis in die Marktstraße, die direkt über eine Fußgängerzone in die Stadt führt.

Landau in der Pfalz (im Südpfälzer Dialekt Landaach) ist eine kreisfreie Stadt mit knapp 46.000 Einwohnern. 2015 war hier die Landesgartenschau zu Gast.

Gegründet wurde Landau 1260. Den Status einer Reichsstadt erhielt sie 1291.

Landau wurde nach 1871 zum Zentrum des pfälzischen Weinhandels, galt bald als wohlhabendste Stadt der Pfalz und war im 19. Jhd. eine Garnisonsstadt. Zuerst für die bayerische Armee, dann nach dem ersten Weltkrieg im Rahmen der Besetzung des Rheinlands und nach dem zweiten Weltkrieg als Teil der französisch besetzten Zone für die französische Armee.

Sehenswert sind der Marktplatz mit dem Reiterdenkmal des Prinzregenten Luitpold von Bayern, die evangelische Stiftskirche als ältestes Gotteshaus Landaus, die Jugendstil-Festhalle und wer noch mehr Zeit hat, der kann gerne die vielen Museen der Stadt besuchen, so das Historische Stadtmuseum mit einer Gemäldesammlung von Werken bekannter Landauer Künstler. Im Landauer Kutschen-Kabinett steht der Nachbau eines Landauers, eines Kutschentyps mit aufklappbarem Verdeck, im Mittelpunkt. Ein Landauer ist eine viersitzige, vierrädrige und an beiden Achsen gefederte Kutsche mit zwei vis-à-vis und parallel angeordneten Sitzbänken. Diese Kutschenart wird auch als Fiaker in Wien gefahren.

 

  1. Rathausplatz
  2. Neues Rathaus
  3. Böckinsches Haus
  4. Altes Kaufhaus
  5. Katharinenkapelle
  6. Frank-Loebsches Haus
  7. Deutsches Tor
  8. Augustinerkirche
  9. Schleusenstraße
  10. Quartier Chopin
  11. Jugendstil Festhalle
  12. Stadtbibliothek
  13. Historisches Stadtmuseum
  14. Synagogen Mahnmal
  15. St. Martin
  16. Städtische Galerie
  17. Französisches Tor
  18. Grabmal des Général Monclar
  19. Meerweibchenstraße
  20. Stiftskirche
  21. Haus "Zum Maulbeerbaum"
  22. Goethepartk und Schillerpark
  23. "An 44"
  24. Striefler Haus
  25. Fortanlagen
  26. Galeerenturm
  27. Rote Kaserne

Nach dieser kulturellen Einlage kamen wir zum Ort unserer Übernachtung. Dabei passierten wir etliche kleine Pfalzdörfer mit engen Straßen und Gassen, die bei entgegenkommendem Verkehr immer wieder zum Rangieren zwangen.

 

 

Gott sei Dank ging es uns nicht so wie einem unserer Vorgänger.

St. Martin zählt zu den schönsten Weinörtchen der südlichen Weinstraße. Den Stellplatz auf dem Weingut Schreieck fanden wir ziemlich schnell. Zunächst scheute ich mich, die enge Einfahrt mit Paule zu durchfahren, aber als ich sah, dass fast doppelt so große Wohnmobile vom Platz vorkamen, hielt es mich auch nicht länger zurück und ich wagte die enge Einfahrt. Im Grunde ist es ein schöner Stellplatz. Einige sind mit ein paar Zentimetern oder auch maximal einem Meter Rasen ausgestattet. Die, die noch frei waren, waren die, auf denen man nur stehen konnte. Keine Markise, nicht bewegen, keine Stühle vors WoMo oder gar Tische, denn sonst sitzt man beim Nachbarn im WoMo. Wieder hatte ich Glück im Unglück und erwischte einen Randplatz, so dass ich die Markise zumindest einen Meter ausfahren konnte. Mehr haben wir auch nicht aufgebaut, da das Wetter nicht sehr sonnenversprechend aussah. Dann durch den Hintereingang durch einen Saal, dem man durch die bereitstehenden Warmhaltebehälter und dergleichen mehr ansah, dass hier allerlei Feste gefeiert werden und man kam zur Anmeldung. 12 Euro kostete die Übernachtung. Die bezahlte ich gleich bei der Anmeldung. Strom, Wasser, Dusche waren inklusive. Die Wasch- und Duschmöglichkeiten könnten zahlreicher sein, aber es ging gerade so. 

Am Abend liefen wir in den Ort, in dem gerade die Weinkerwe ausklang. Pfälzer Saumagen und Matjes sollten die Grundlage für den weiteren Bummel durch die Kerwe (Kirchweih) sein. Wir blieben auch tatsächlich in einem der Innenhöfe (Das Schlösschen) hängen und kamen nur schwer wieder weiter, da dort ein Live-Band aufspielte, bestehend aus drei Musikern, ein Gitarrist, ein Schlagzeuger und ein Bassist. Sie unterhielten uns prächtig während wir dem Pfälzer Rosé die Chance gaben, uns zu schmecken. Nachdem uns der Wein überzeugt hatte, gingen wir zufrieden zu unserem WoMo und verschliefen den Rest der Nacht.

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© Ulrich Schönbein