Unser Paule
Unser Paule
Mautlos aber nicht Mutlos
Mautlos aber nicht Mutlos

6. Reisetag - Die Perle der Adria

12.06.2016

Fahrstrecke - 125 km

Am nächsten Morgen also gleich weiter, damit wir unser Reiseziel endlich nach fast einer Woche doch noch erreichen würden. Am Morgen nach dem Aufstehen sah ich erst wie schön der Campingplatz am Fuße der Berge liegt. Hier sind Meer und Gebirge fast direkt nebeneinander. Noch ein paar Fotos vom Strand und dann geht es aber auch los.

Das Navi fing an zu spinnen und wollte uns von Zivogosce bis Dubrovnik über Italien und dann mit der Fähre wieder zurück nach Dubrovnik schicken. Das wären dann immerhin 1200 km für dieses letzte Stück. Sapperlot, waren wir dem Navi zu schnell gefahren? Hatte es Angst vor der Weiterfahrt? Wollte das Navi nicht nach Dubrovnik? Es war uns ein Rätsel. Das wären drei Tage Zeitverlust. Da ich als Navi mein iPad mit der Navigon-App verwende und das iPad allein durch den Navibetrieb sehr heiß wird und darüber hinaus mit einem Halter an der Windschutzscheibe angebracht ist, auf der während der ganzen Fahrt die Sonne liegt, schob ich die Schuld auf eine Überhitzung im iPad. Vielleicht hat sich durch die Hitze ein Fehler in der Software einge-schlichen.

 

Auf welche Ideen man so kommt, wenn man nicht weiter weiß, ist schon bemerkenswert. Ich überlegte, was ich machen könnte. Einfach auf der Magistrale weiterfahren? Irgendwann kommt Dubrovnik! Außerdem gibt es ja auch noch Straßenschilder, die den Weg nach Dubrovnik zeigen. Also keine Panik auf der Titanic. Alles im grünen Bereich. Darüber hinaus kann ich mir ja Straßenkarten kaufen und danach fahren. Wie in guten alten Zeiten. Auf alle Fälle wird dem Streik des Navi nicht gefolgt. Na ja.

 

Aber je länger ich darüber nachdachte, umso mehr kam ich darauf, dass der Fehler bei mir und meiner "präzisen" Vorbereitung lag. Um nicht die Karten aller Länder Europas in das iPad zu laden und Speicherplatz zu verbrauchen, lade ich immer nur die Karten, die ich unbedingt benötige. Also hatte ich die Karten von Deutschland, Österreich, Slowenien und Kroatien installiert. Hatte dabei aber übersehen, dass wir auf der Fahrt nach Dubrovnik auch ein Stück durch Bosnien-Herzegowina fahren mussten. Die Karte von Bosnien-Herzegowina hatte ich nicht geladen. Und was die Navisoftware nicht kennt, zeigt sie auch nicht. Alles klar. Gefahr erkannt - Gefahr gebannt. Also dann eben im Blindflug durch Bosnien.

Nach etwas mehr als zwei Stunden fuhren wir über die Franjo-Tuđman-Brücke auch Dubrovnik-Brücke (Most Dubrovnik) genannt. Sie ist eine beeindruckende zweistreifige Straßenbrücke der kroatischen Nationalstraße D8. Benannt ist sie nach Franjo-Tudman, dem ersten Präsidenten Kroatiens nachdem das Land 1991 die Unabhängigkeit erlangt hatte.

Aber irgendetwas lief heute ganz gewaltig schief. Als wir nach Dubrovnik hineinfuhren, leitete uns das Navi mit den von mir eingegebenen Koordinaten des Campingplatzes erst mal gründlich durch den Hafen, dann durch Wohngebiete mit engen Straßen, wo ich etliche Male wenden musste. Bis die junge Dame an meiner Seite endlich auf die Idee kam, dass mit den Koor-dinaten für den Campingplatz etwas nicht stimmen konnte. Ich durchforstete alle meine Unterlagen - Internetauszüge, ADAC-Campingführer, Platzdaten aus "meinwomo" - bis ich endlich feststellte, dass die Koordinaten, die ich eingegeben hatte, definitiv falsch waren. Also die vom ADAC-Campingführer eingeben. Die werden wohl stimmen. Stimmten auch und wir kamen so am frühen Nachmittag auf dem Platz an.

Wir fanden nach ein paar Runden auch ei-nen für Paule und uns geeigneten Platz, auf dem wir die nächsten Tage bleiben wollten. Auf unserer Rundfahrt hatte uns noch ein Holländer angehalten und uns gebeten, uns doch seiner Wohnmobilgruppe anzuschlie-ßen. Ich verstand nicht alles, was er wollte. Aber ich merkte später, dass es eine Wohnmobilgruppe war, die gemeinsam Dubrovnik besichtigte und als Gruppe auch einen günstigeren Preis auf dem Platz erhielt. Na ja, wieder mal wegen meines tiefsitzenden Misstrauens eine gute Gelegen-heit versäumt, ein paar Euros an der Flucht aus dem Portmonnaie zu hindern.
 

Nach dem Auspacken (Stühle und Tische raus, Markise ausfahren, Strom anschließen, SAT-Antenne ausrichten) gingen wir zum nahegelegenen Supermarkt. Angeblich nur 5 Minuten zu Fuß, wie man uns an der Rezeption sagte. Aber wir wussten nicht, dass kroatische 5 Minuten anders sind als deutsche. Es waren mindesten 15 Minuten auf der heißen asphaltierten Straße einen Hügel hinab und anschließend mit den vollen Taschen natürlich wieder zurück. Und das bei gut 30°. Schweißtreibend bis zum „Geht-nicht-mehr“. Aber zurück auf unserem Platz genossen wir erst einmal ein Glas Sekt und ein paar Minuten Ruhe im Schatten der Markise.

Der Platz ist schweineteuer - eben wie für einen Platz in einer Touristenstadt. Ist ja auch klar für den einzigen Campingplatz in der Stadt Dubrovnik. Bequemlichkeit kostet eben Geld. 40 Euro wollten die pro Nacht. Wahrscheinlich fahren auch deshalb viele, die Dubrovnik besuchen wollen, zu einem 15 km weiter südlich gelegenen kleinen Platz in dem Ort Mlini.

Also Reisepläne wieder angepasst, d.h. wir wollten morgen die Stadt ausgiebig besichtigen und dann übermorgen wieder los. Nachdem wir das einstimmig-zweistimmig beschlossen hatten, machten wir uns auf den Weg zum Strand.

Ab und zu "dampfte" ein "Ozeandampfer" - heißt heute Kreuzfahrtschiff - an uns vorbei und für einen kurzen Moment wünschten wir uns auf das Schiff und wollten so wie die Passagiere jetzt auf uns am Strand liegend herabblicken. Dann einfach in die Kabine - Außendeck mit Balkon natürlich - den Abendanzug anziehen und am Käpten´s Dinner teilnehmen.

 

Na ja, wollten wir dann doch nicht und beschlossen den Abend mit einem typisch mediterranen Essen: Schinken, Melone, Tomaten, Mozarella.

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© Ulrich Schönbein