Unser Paule
Unser Paule
Mautlos aber nicht Mutlos
Mautlos aber nicht Mutlos

8. Reisetag - Split bis Drage

15.06.2016

Fahrstrecke - 125 km

Nach einem, wie immer, gemütlichen Frühstück brachen wir unsere Zelte ab und auf. Bei der Ausfahrt aus dem Platz noch schnell die Gebühren bezahlen. 144 Kuna alles in allem. Kann man nicht meckern. Das sind gerade mal etwas mehr als 20 Euro. Split war von unserem Platz nur ein paar Kilometer entfernt. Deshalb haben wir uns den Besuch der Stadt für den heutigen Vormittag aufgespart. Gestern wäre nicht mehr die Zeit gewesen und außerdem war es gestern schon spät, als wir am Platz ankamen.

Wie in jeder Stadt, war die Parkplatzsuche wieder ein heilloses Unterfangen. Aber ich war vorbereitet und wir fuhren direkt zum Hafen. Ich hatte gelesen, dass es dort Parkplätze für Wohnmobile gäbe. Schon auf der Anfahrt in den Hafen winkte uns ein Mann mit Sicherheitsweste und zeigte uns einen Platz an der Mole, wo wir die nächsten 2 Stunden für 20 Kuna parken konnten. Ich handelte noch eine halbe Stunde zusätzlich für die 20 Kuna heraus und dann standen wir mit Paule direkt am Kai der Jadrolinja Fähren. Wir hatten also zweieinhalb Stunden Zeit uns die Stadt anzusehen. Unser Paule ganz klein und bescheiden vor den großen Fähren war schon ein eindrucksvolles Bild.

Zu Fuß waren es dann ca. 5 Minuten und wir standen inmitten unendlich vieler Marktbuden vor der Stadtmauer von Split am Silbernen Tor. Wir gingen hindurch und waren sogleich inmitten der Altstadt auf dem Pazar von Split mit wieder vielen Einkaufsbuden. Wir kamen an einen Platz an dessen Rand rote Sitzkissen auf antiken Steinstufen lagen. Kellner servieren Kaffee und kleine Snacks. Es musste sich um den Kathedralenplatz handeln, denn der Eingang zur Kathedrale war an der Seite des Platzes. Die Kathedrale von Split bestaunten wir von außen und dann ging es die Treppen hinunter in den Keller des Diokletianpalastes.

Der Diokletianpalast

Der Diokletianpalast (kroatisch Dioklecijanova palača) ist ein antiker Baukomplex, der als Alterssitz für den römischen Kaiser Diokletian diente, welcher als einziger römischer Kaiser 305 n. Chr. freiwillig aus dem Amt schied. Der Diokletianpalast bildet heute die Innenstadt der kroatischen Hafenstadt Split und wurde nach der Römerzeit zu einer bewohnten Festung umgewandelt.

Wieder nach oben und weiter in die Altstadtgassen. Irgendwann kamen wir dann auf die Riva, die Uferpromenade von Split, die zur Zeit der franz. Besatzung vor etwa 200 Jahren angelegt wurde, beginnt direkt unterhalb der Mauern des Diokletianpalastes und führt westlich fast bis hin zu den Hängen des Hausberges von Split, dem Marjan.

 

Wir suchten uns schon bald wegen der Hitze und müder Beine einen Platz in einem der Cafés auf der Uferpromenade. Wir konnten gerade noch ein schattiges Plätzchen ergattern und genossen cappucinoschlürfend die Aussicht auf die vor uns liegende Bucht.

Da waren die 2,5 Stunden schon rum und wir mussten zu Paule, damit wir noch die heutige ge-plante Strecke nach Sibenik schaffen. Wir wollten uns auch noch Trogir ansehen. Aber daraus wurde alles nichts. Sibenik ließen wir aus. Besch…… teure Parkmöglichkeiten. 28 Kuna für eine Stunde war mir dann doch zuviel des Guten. Machen wir vielleicht im nächsten Jahr, wenn wir etwas mehr Zeit einplanen. Es ist aber auch immer ein Abenteuer mit dem Wohnmobil in einer Stadt einen vernünftigen Parkplatz zu bekommen. Das klappt in den seltensten Fällen. Und un-seren seltenen Fall hatten wir heute schon in Split hinter uns.

 

Dann eben weiter. Sibenik haben wir dann auch sprichwörtlich links liegen lassen. Vielleicht kommen wir in diesem Leben nochmal hierher. Ich bezweifle das eher, aber wer weiß. Unser nächstes geplantes Etappenziel war Novalja auf der Insel Pag. Aber das konnten wir heute unmöglich schaffen. Also fuhren wir weiter und wollten einfach den nächsten Platz anfahren.

 

Bald war auch ein Hinweisschild, das uns nach links Richtung Meer von der Straße wegführte. Nach ein oder zwei Kilometern über holprige Strecken kamen wir zu einer Ansammlung kleinerer Campingplätze. So wie das aussah, waren dies eher privat betriebene Plätze. Im Hinterkopf den Gedanken, mal eine Nacht etwas ursprünglich und naturverbunden zu übernachten, fuhr ich einfach auf dem geschotterten Weg weiter, ohne zu wissen, auf welchen Platz ich eigent-lich wollte. Vor mir sah ich das Schild des Autokamps „Romantica“. Ein dunkelhaariger Kroate erblickte mich, sah, dass ich suchte und winkte mich zu sich. Ich fuhr zu ihm hin und er bot mir einen "romantischen" Platz auf seinem Gelände an. 25 Euro mit Strom incl. Dusche, WC und sonstiger platzeigenen Einrichtungen. Ich stutzte bei dem Preis, war aber einfach zu müde und abgeschlafft um länger darüber nachzudenken und akzeptierte. Er lief vor uns her zu ei-nem Terrassenplatz ziemlich am oberen Rand des Areals. Um Strom zu haben, musste ich mei-ne beiden je 25m langen Stromkabel verwenden. Er beobachtete uns und pries uns die ganze Zeit die Vorzüge seines Platzes an. Ich hörte gar nicht richtig hin, da ich mit dem Einrichten des Platzes beschäftigt war.

Einige Wort zu dem Platz sind ganz einfach notwendig:

Lage hervorragend, total überteuert, saumäßige Sanitäranlagen, komischer Besitzer. Zahlen mussten wir schon am Abend, da der Besitzer am nächsten Morgen angeblich nicht da gewesen wäre. Er müsse zur Arbeit. Am nächsten Morgen sahen wir ihn doch auf dem Platz. Also war das mit dem „Zur Arbeit gehen müssen“ geflunkert und vermutlich nur vorgeschoben, damit er die Platzgebühr gleich noch am Abend kassieren konnte. Wenn die Lage des Platzes mit Blick über das Meer nicht so einmalig gewesen wäre, wären wir noch am Abend weitergefahren. In den Sanitärräumen, für deren Gestaltung und Sauberkeit noch sehr viel Platz nach oben ist, gab es zwei Duschkabinen. Sie waren mit klapprigen Holztüren verschlossen. Als Schließfedern dienten jeweils ein ausrangierter Spanngummi, den man üblicherweise dazu benutzt, um Ge-genstände auf Gepäckträgern oder ähnlichem einfach und schnell festzuschnallen. Es war schon abenteuerlich, was da geboten wurde. Strom bekamen wir. Der Besitzer meinte aber, wir sollten nicht mit dem Elektroherd kochen, da er sonst für die Stromversorgung nicht garan-tieren könne. Wie kommt er auf die Idee, dass wir im Wohnmobil einen Elektroherd haben? Wer hat wohl sowas im Wohnmobil? Na ja, die Stromversorgung ließ uns nicht in Stich. Beim Einfahren in den Platz waren 25 Euro ausgemacht. Als er am Abend zum Kassieren kam, meinte er, dass wir 26 Euro bezahlen müssen, da wir doch Strom hatten. Da platzte mir der Kragen. Ich gab ihm 25 Euro und schickte ihn weg. Er meinte noch auf meine Frage, ob es eine Gelegenheit gäbe zu Abend zu essen, dass wir ruhig in sein Restaurant kommen könnten. Wir sollen nur einen Tag vorher Bescheid sagen. Was soll ich von so einer Äußerung halten? Er wusste, dass wir nur eine Nacht bleiben wollten und für heute Abend ein Restaurant suchten. Mir kam so langsam der Gedanke, dass er uns ganz einfach auf den Arm nimmt. Aber wie das so ist, als Camper ist man auf so mache Unbill vorbereitet, und wir schmissen wieder mal unseren Einmalgrill an, um unsere Steaks zu grillen. Sie schmeckten übrigens mit einem gezauberten Salat von der Besten aller Ehefrauen vorzüglich. Bei einem guten Glas Rotwein ließen wir den Abend mit einem herrlichen Blick über das Meer und den Sonnenuntergang ausklingen.

(Als ob der Einmalgrill uns trösten wollte funktionerte der Grillvorgang diesmal 1 A)

Nachtrag:

Über diesen Platz habe ich im Internet von einem mir unbekannten Leidenskollegen folgendes gefunden:

„Es geht über eine Geröllpiste, Straße oder Weg kann man das nicht nennen, Richtung Meer. Dort gibt es ca. 6 mehr oder weniger als Autocamp zu bezeichnende, recht rustikale und sehr einfache Stellplätze, nennen sich aber alle Autocamp. Von der Lage her ist das hier sehr schön, es gibt keinerlei Einkaufs- oder Versorgungsmöglichkeiten. Zu mindestens waren hier ausreichend freie Stellplätze, warum wohl ???

ACHTUNG !! Stromanschlüsse sind hier überall Mangelware, und wenn vorhanden ist die Funktion auch fraglich, und auch die Preise waren in der gehobenen Klasse angesiedelt. (Ganz viel Geld für ganz wenig Leistung scheint dort die Devise zu sein) Aber das haben wir uns mal für eine Übernachtung angeschaut. Auf der linken Seite ist OAZA, dann ROMANTICA und dann OAZA2, die Plätze gehören zwei Brüdern die sich wohl etwas feindlich gegenüberstehen. Grenzen sind nicht erkennbar, also sind wir, da die Rezeption von OAZA 3 Stunden Mittags-pause machen musste, erstmal, auf der Suche nach einem Stellplatz und einem Stroman-schluss, da die Gaszündung unseres Kühlschranks den Geist aufgegeben hat, dem Besitzer von ROMANTICA in die Hände gefallen.

Der Bursche ist sehr redegewandt und hat uns, mit der Zusage auf Stromversorgung, auf seinen Platz geholt. Stellplatz unter Olivenbäumen mit Meerblick. Für den Stromanschluss muss man hier schon 50 m Kabel an Bord haben, der Anschluss war eine alte Kabeltrommel die notdürftig mit einem Brett abgedeckt war. Egal, Hauptsache ist, dass es funktioniert.

An der „Straße“ steht ein Schild mit einem Hinweis zur Rezeption, wo ist die eigentlich?? Wahrscheinlich dort wo auch das „Restaurant“ ist, in dem man aber nur Essen gegen eintägige Vorbestellung bekommt. Beide sind aber nur ein kleine Terrasse mit etwas klapprigen Sitzgelegenheiten, einem kleinen Grill und so etwas wie eine kleine Freiluftküche. Der Besitzer ist dann mal für 5 Minuten mit den Ausweisen verschwunden, um den Schein zu wahren, abrechnen tut der nur einen Bruchteil seiner Einnahmen. Da der Wein ihm wohl gut geschmeckt hat fing er an zu prahlen, dass er alles schwarz abrechnet, und da er Beziehungen hat kann ihm nichts passieren.

Spätestens jetzt sollte man nach seinen Preisen fragen, es gab keine (Autocamp oder Restaurant) Preisliste. Eine Flasche Bier kostete über 3 Euro, und die wurde aus einer schmuddeligen Kühltruhe geholt, Kaffee war nicht möglich, da seine Frau (15,00 Uhr) noch geschlafen hat. Das Geld ist in die Tasche gewandert. Außerdem ist, da Naturschutzgebiet, Radio hören, sowie Gespräche „kein Blabla !!“ nach 22.00 Uhr im Freien verboten, das Gesabbel haben wir dem Wein gutgeschrieben.

Der Platz machte, bei näherem Hinsehen, einen sehr ungepflegten Eindruck, z.B. die Müllhalde hinter dem Haus. Der Platz hat auch nicht die geringste Beleuchtung, bei den vielen Stolperfallen geht ohne Taschenlampe garnichts.

Die san. Anlagen sind eine einzige Katastrophe, Schmutz, Rost und eine abenteuerliche elektrische Installation. Trennung von Frauen und Männern gibt es nicht, und sechs Toiletten und zwei Duschen, die man aber nicht als solche bezeichnen kann, können hier nie ausreichen und ge-hörten eigentlich geschlossen. Nachmittags noch eine Runde um die Autocamps und den kleinen Hafen. Alles schon etwas schmuddelig bis dreckig und unaufgeräumt.

Ruhig geschlafen und am nächsten Morgen bei Abreise 30 Euro für eine Nacht auf diesem Katastrophenplatz bezahlt. Und auch hier gab es, trotz Nachfrage, keine Rechnung, das Geld ist wieder in die Tasche gewandert.

Romantica ist ein Fall für die Behörden, wer es mal so richtig schmuddelig und teuer haben möchte ist hier genau richtig.

Nicht empfehlenswert reicht hier nicht, vor Romantica muß gewarnt werden. Aber auch das muss man mal gesehen haben, sonst glaubt man das nicht.

Der Link zu dem Internetbeitrag für jeden Interessierten.

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© Ulrich Schönbein