Unser Paule
Unser Paule
Mautlos aber nicht Mutlos
Mautlos aber nicht Mutlos

13. Reisetag - Novalja nach Valalta

20.06.2016

Fahrstrecke - 225 km

Wir wollten heute weiter. In der Nacht war ziemlicher Wind. Am Morgen waren wir schon um 7:45 Uhr aufgewacht. Der Wind wehte immer noch. Deshalb auf Wunsch einer einzelnen Dame Frühstück im WoMo. Auch ok. Gegen 10 sind wir dann losgekommen. Über den Preis für die 4 Nächte am Platz waren wir sehr überrascht. Umgerechnet weniger als 20 Euro pro Nacht. Bei der Platzausstattung rechnete ich eher mit weit über 30 Euro. Aber warum sollten wir nicht auch einmal positiv überrascht werden. Dann durch enge Gässchen in Novalja. Vermutlich hat das Navi sich mal wieder widerborstig zeigen wollen. In Ziglijen an der Fähre angekommen sahen wir eine schier endlose Warteschlange vor uns. Alle wollten mit der Fähre aufs Festland. Dann gings los und ca. 20 Autos vor uns endete die Kapazität der Fähre, und wir mussten auf die nächste warten. 

Meinem ausgeklügelten Plan zufolge ginge es bis Rijeka, dort auf einen stadtnahen Campingplatz, übernachten und am nächsten Tag weiter zu unserem letzten geplanten Ziel, dem Campingplatz Kanegra in Istrien. Aber es sollte alles anders kommen.

Dann endlich kam sie, die Fähre, und wir standen gleich nach einem Polizeifahrzeug ganz vorne. Woher die wohl wussten, dass ich Polizeibeamter in Deutschland war? Ha, ha! Die Fähre legte an und gleich nach dem Polizeifahrzeug kamen wir wieder aufs Festland.

Dann ging es weiter Richtung Rijeka. In Rijeka angekommen fuhren wir direkt auf den Cam- pingplatz Preluk. Klingt nach „Prol“ und war auch Prol. Dreckig, eng, ein Schuttabladeplatz sieht besser aus. Um diese Erfahrung zu machen, mussten wir vorher eine ziemlich steile Straße bergab fahren, um zu dem Platz am Meer zu kommen. Ich fragte mich, wie das wohl Wohnwagengespanne schaffen würden. So vom Gefühl her waren das gut 12% Steigung. Schon bei der Anfahrt sah alles eher etwas "bescheiden" aus. Aber dennoch - wir wollten uns Rijeka auf keinen Fall entgehen lassen. Also fuhren wir zur Rezeption. Ich füllte das übliche Anmeldeformular aus und mir wurde ein Schlüssel für die Sanitärräume ausgehändigt. Elisabeths Blick verfinsterte sich immer mehr und auch mir wurde beim Anblick des Platzgeländes immer mulmiger. Plätze wild durcheinander, nicht parzelliert, Stromanschlüsse nicht gerade ver-trauenerweckend eher abenteuerlich, riesige Wasserlachen. Nach einer Rundfahrt über den kleinen Platz checkten wir auch gleich wieder aus.

Vor dem Platz hielt ich gleich auf einem seitlichen Parkplatz und wir suchten im Internet nach einem Campingplatz für die Nacht, um uns morgen doch noch Rijeka anzusehen. Aber wir fanden nichts. Es war alles zu weit weg. Ein Platz, der in Frage käme, war nochmal 10 km weiter weg von Rijeka. Wir müssten morgen dann etliches wieder zurückfahren. Also entschlossen wir uns - vielmehr ich überredete Elisabeth - weiter bis zum Campingplatz Valalta bei Rovinj zu fahren.

Valalta war ja in meinen Vorplanungen gar nicht enthalten. Den Namen dieses Platzes hörte ich von Bekannten. Die waren immer jedes Jahr dorhin gefahren und auch voll des Lobes für den Platz. Ich kannte ihn nicht und hatte mich auch vorher im Internet nicht darüber informiert. Dennoch reizte es mich dorthin zu fahren. Soviel zu meiner akribischen Reisplanung. Ich musste schon über mich schmunzeln.

Nach ein paar Kilometern verfinsterte sich plötzlich der Himmel. Es wurde immer dunkler und die Blitze zuckten nur so vom Himmel. Lauter Donner und so dichter Re-gen, dass wir nur langsam vorankamen. Wir durchfuhren ein derart heftiges Gewit-ter, dass ich nahe daran war, anzuhalten und das Ende des Gewitters abzuwarten. Kleine Hagelkörner und dicke Regentropfen trommelten auf das Dach und gegen die Scheiben. Nur noch die höchste Frequenzstufe des Scheibenwischers gewährleistete etwas Sicht. Ich war froh jetzt bei diesem Gewitterregen nicht auf dem Platz geblieben zu sein. Wie mochte es da jetzt wohl aus-sehen?

Nach einer Stunde Fahrt zuerst über die E 751 und dann über eine gut ausgebaute Bundes-straße kamen wir so nah am Limski Fjord vorbei, dass wir einen Blick auf ihn erhaschen konnten. Wir hielten an einem Verkaufsstand an. Wenn wir gewollt hätten, hätten wir dort Grappa, Wein, Schnaps, Honig oder ach Olivenöl kaufen können. Alles schön als Reisemitbringsel aufgemacht. Aber wir ließen es bei einem Blick auf den Fjord. Der Fjord ist 12 km lang; sein Name kommt vom lateinischen Wort "Limes" (Grenze). In antiker Zeit verlief hier die Grenze zwischen Pula und Porec.

Wir erreichten Valalta gegen 17:30. An der Rezeption drückte mir ein junger Mann, bei dem in punkto Freundlichkeit auch noch reichlich Verbesserungspotential vorhanden war, einen Platzplan in die Hand. Er meinte wir sollen uns einen Platz suchen, uns dorthin stellen und dann wieder zu ihm kommen und ihm die Platznummer mitteilen. Wenn wir dann später oder morgen oder in ein paar Tagen einen Platz sehen würden, der uns besser gefällt, dann könnten wir dorthin umziehen. Wir müssten ihn allerdings über diesen Umzug auch informieren, damit er die Platzbelegungsdaten aktualisieren könne. Der Platz ist so groß, dass wir ca. 1/4 Stunde auf dem Platz herumfuhren, bis wir endlich gleich nach der Rezeption einen Platz fanden. Warum nicht gleich so? Nach Wurstsalat und Bier sehe ich bei einem Rundgang, dass der Platz riesig ist und auch sehr viel zu bieten hat. Der Strand ist mit Liegen ausgestattet. Von einer Gebühr dafür habe ich nichts gesehen. Wenn es morgen schön ist, dann bleiben wir auf dem Platz und genießen die Sonne, den Strand und das Meer. Sollte das Wetter nicht so prickelnd sein, dann fahren wir mit dem Bus nach Rovinj und sehen uns das Städtchen wieder an. Nachdem wir dort vor ungefähr 25 Jahren mit den Kindern waren.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Ulrich Schönbein