Unser Paule
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Mautlos aber nicht Mutlos
Mautlos aber nicht Mutlos

19. Reisetag - Nun geht es heim

25.06.2016

Fahrstrecke - 850 km

So, nun war der letzte Urlaubstag vorbei und es ging an die zwei letzten Tage - die Heimfahrt. Noch Frühstück und dann los. Gegen 10:00 Uhr waren wir aus dem Tor hinaus. Wir mussten noch einmal einkaufen, um die Mitbringsel für die „Blumengieser“ einzukaufen. Wein und Käse hatten wir uns gedacht. Es wurde aber Slivovitz und Wein. Hoffentlich meinen sie nicht, dass wir sie für Alkoholiker halten würden.

Am Limski-Fjord vorbei und ab auf die Autobahn. Bei der Einfahrt Ticket ziehen - wird bei der Ausfahrt abgerechnet. In Koper die Vignette für Slowenien - 7 Tage 15 Euro!!!! Nach ca. 100 km vor der österreichischen Grenze das Pickerl für Österreich - 10 Tage 8,70 Euro.

Einfahrt zum Campingplatz

Wir hatten uns vorgenommen bis gegen 16:00 / 17:00 Uhr zu fahren, um so weit wie möglich zu kommen. Um 17:00 Uhr waren wir am Chiemsee, weil es doch besser lief als gedacht. Kurz nach der Grenze hielten wir an, um einen Campingplatz ausfindig zu machen. Die ADAC-App zeigte uns die in der Nähe befindlichen Plätze. Als ersten Platz, den wir anfahren wollten, wählten wir den Platz Chiemsee Camping in Übersee-Feldwies. Er war auch nur 9 km von unserem jetzigen Standort entfernt. Wir check-ten ein, suchten einen Platz und ich ging wieder zur Rezeption, um die Platznummer mitzuteilen, damit der Stromanschluss aktiviert würde. Als ich zurück kam, sagte mir Elisabeth, dass der Platz 31 Euro kostete und dass man auf den Platz erst ab einer Summe von 50€ mit EC-Karte bezahlen könne. Kreditkarten würden keine genommen. Wir gingen dann wieder zur Rezeption und fragten, ob man den Verzehr im platzeigenen Restaurant mit der Platzgebühr zusammenlegen könne, damit wir so über die 50 €-Grenze kämen und mit EC-Karte bezahlen könnten. Wir hatten noch kein Geld geholt, da wir in den vergangenen 14 Tagen nur mit Kredit- oder EC-Karte bezahlt hatten und uns der Mangel an cash überhaupt nicht behinderte oder uns in „Schwulitäten“ brachte. „Im Restoran mi´esen´S bar zoin.“ war die kurze Antwort des Rezeptionisten. Wo denn der nächste Geldautomat sei. "Jo - viellaichd im näxd´n Dorf?" Jetzt reichte es mir. Soviel Gleichgültigkeit und Interessenlosigkeit war mir nur selten begegnet. Hätte er zu mir gesagt, dass es ihm vollkommen egal sei, wo wir Geld holen können und es ihn auch nicht interessiere, wie wir das bewerkstelligen, dann wäre das ehrlich gewesen. "Dann gehen wir wieder", war meine kurze Antwort. Dann doch überraschte Blicke der Campingplatzmitarbeiter aber sofort wieder der Übergang in den regungslosen Alltagsgesichtsausdruck. Wir gingen zum Stellplatz zurück, steckten den Strom aus, verräumten das Kabel und fuhren aus dem Platz.

Also den nächsten Platz anfahren. Der war gleich 25 km weit von unserem Standort weg. Dennoch fuhren wir dorthin, mit dem Vorsatz, wenn dies auch wieder ein "Reinfall" wäre, würden wir bis nach Hause durchfahren. Der Campingplatz Ortnerhof in Ruhpolding liegt außerhalb von Ruhpolding. An der Rezeption ein Schild: „Rezeption ist von 10 bis 12 und von 15 bis 17 besetzt.“ Ich schaute mich um, ob ich einen Hinweis entdeckte, dass EC-Karte oder Kreditkarte akzeptiert würden. Ich fand keinen, dafür kam der Campinplatzverwalter auf einem Fahrrad daher und bot auch einen Platz auf dem nebenliegenden Stellplatz für 9 Euro an. „Aber da mi´esen´S die nain Airo in Hardgöid ainischmaiss´n.“ Ich ging noch ins Restau-rant, um mich nach den Zahlmöglichkeiten zu erkundigen und sah dabei, dass im Restaurant horrende Preise - Bayrische Schmankerl ab 14,80 - verlangt wurden. Mir reichte es. "Jo, hom´S koa Göid - des gibts jo need", meinte der Campingplatzverwalter, als ich ihm sagte, dass wir weiterführen und jetzt um bereits 19 Uhr nicht noch erst nach Geldautomaten suchen würden.

Wortlos setzte ich mich ins Wohnmobil und fuhr Richtung Heimat. Nach einem kurzen Zwischenaufenthalt kamen wir gegen 12 Uhr in Weinsberg an. Das Wichtigste vom Wohnmobil in den BMW umladen und nichts wie heim. Um 1 Uhr waren wir in Besigheim. Dieser letzte Tag war enttäuschend und was ich über die vermeintliche Unhöflichkeit der Kroaten sagte, trifft auch für die Haltung der Mitarbeiter der beiden bayrischen Campingplätze zu. „Mir san´ mir“, diese Grundhaltung in der bayrischen Mentalität hatte wieder mal voll zugeschlagen. Aber vielleicht war dieses Erlebnis auch ganz gut so, denn das holte uns aus unserer Urlaubsstimmung sofort, wie sagt man so schön, auf den Boden der Tatsachen zurück.

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© Ulrich Schönbein