Unser Paule
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Mautlos aber nicht Mutlos
Mautlos aber nicht Mutlos

1. Tag - Rothenburg ob der Tauber

Am Morgen fahre ich mit meinem Wohnmobil, hinten das Fahrrad aufgeladen, von Besigheim nach Sinsheim. Das Wohnmobil parke ich auf dem dortigen Wohnmobilstellplatz.

Dem Wohnmobilpark Sinsheim, Kreuzung Am Ilvesbach / Schwimmbadweg in 74889 Sinsheim (GPS 49° 15‘ 01“ / 8° 52‘ 48“).

 

 

Das WoMo abstellen, Rad abladen, Lenkertasche befestigen und Rucksack schultern war in kürzester Zeit geschehen. Nochmal kontrollieren, dass das Wohnmobil auch gut verschlossen ist. Dann die kurze Strecke zum Bahnhof. 

Nach viermal umsteigen komme ich in Rothenburg am Bahnhof an. Ein Zimmer hatte ich im Kreuzerhof Hotel Garni vorbestellt. Es ist ein kleines Hotel. Genauso eingerichtet,

wie man es sich in einem Städtchen mit mittelalterlichem Flair vorstellt.

Am frühen Nachmittag dann in das Städtchen. Rothenburg o.d. Tauber vermittelt mit seinen engen verwinkelten kopfsteingepflasterten Gassen und Sträßchen eine Atmosphäre, in der man sich ins Mittelalter zurückversetzt fühlt. 

Der Altstadtkern des Städtchens ist fast durchgängig auf der Stadtmauer zu umrunden. An allen Ecken, Plätzen, Gassen, Stadttoren und Baudenkmälern begegnet einem der verblichene Glanz früherer Zeiten und lässt nostalgische Gefühle in uns hochsteigen. Rothenburg o.d. Tauber wurde 970 gegründet und war über 200 Jahre lang freie Reichsstadt.

Wer kennt nicht die Geschichte des Rothenburger Bürgermeisters Toppler? Nachdem er Jahrzehnte lang erfolgreich die Stadt als Bürgermeister durch die Zeiten geführt hatte, wollte sich der Rat der an ihm wegen Kriegsverlusten an ihm rächen. So wurde er als 70-jähriger unter dem Rathaus eingekerkert und ließ ihn dort ohne Essen und Wasser qualvoll sterben.

 

 

 

 

 

 

Das sog. Topplerschlösschen im Taubertal erinnert an ihn.

… oder die des Meistertrunkes?

Der katholische Generalissimus Tilly hatte, nachdem der Widerstand gebrochen und die Stadt erstürmt worden war, die Ratsherren der protestantischen Reichsstadt Rothenburg zum Tode verurteilt und wollte die Stadt brandschatzen und plündern lassen. In ihrer Not boten ihm die Ratsherren als Willkommenstrunk Wein in einem prachtvollen bunten Glashumpen dar, der 3 1/4 Liter fasste. Tilly wurde dadurch milde gestimmt und sagte, wenn jemand diesen Humpen voll Wein in einem Zuge austrinken könne, würde er die Stadt verschonen. Altbürgermeister Georg Nusch meldete sich freiwillig und zu jedermanns Erstaunen gelang es ihm, den Becher in einem Zug zu leeren. Tilly war davon so beeindruckt, dass er die Stadt verschonte. (Quelle: Wikipedia)

Ein Theaterstück dazu wird jedes Pfingstwochenende in Rothenburg im Kaisersaal des Rathauses aufgeführt.

Rothenburg war ein Pilgerknotenpunkt. Lag es doch auf der Pilgerstraße von Norden in Richtung Rom und in Richtung Santiago de Compostela.

Diesem Umstand verdankt die Stadt den Bau der Jakobskirche.

In der Apsis steht der Zwölf-Boten-Altar. Der Name kommt von den zwölf Aposteln, die auf der Predella zusammen mit Christus zu sehen sind. Auf der Rückseite des Altars sind Szenen aus dem Leben des Apostel Jakobus d. Älteren dargestellt. So auch das bekannte Hühnchenwunder.

Steigt man die Treppe im hinteren Teil der Kirche auf eine Empore, dann kann man den Heilig Blut Altar von Tilman Riemenschneider bewundern, den er zwischen 1500 und 1505 für eine Heilig-Blut-Reliquie geschnitzt hat. Die Reliquie wird in einer Bergkristallkapsel des Reliquienkreuzes aufbewahrt. Bei der Heilig-Blut-Reliquie soll es sich um einen während des Abendmahls aus dem Kelch verschütteten Tropfen handeln, der durch die Wandlung zum Blut Christi wurde (Quelle: Wikipedia).

 

 

 

Unser Apostel Jakobus d. Ältere ist an seinem Pilgerhut in der szenischen Darstellung zu identifizieren, als Jesus beim letzten Abendmahl Judas sagt, dass er ihn verraten werde. Die Mienen der Apostel sind von Entsetzen, Ungläubigkeit geprägt. Dies darzustellen ist Tilman Riemenschneider über alle Maßen gelungen.

Dass Rothenburg o.d. Tauber sich auf die vielen Jakobspilger eingestellt hat ist auch daran zu sehen, dass die metallenen Muschelsymbole als Wegzeichen in die Straße eingelassen sind und auch daran, dass viele Pensionen, Übernachtungsstätten mit "Pilgerfreundlichkeit" werben.

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© Ulrich Schönbein